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Weg mit den Barrieren

Freiluftmuseen wie das Hochmoor Georgenfeld werden schick gemacht. Auch Rolli-Fahrer sollen sie besuchen können.

Von Mandy Schaks

Es war von vornherein klar: Das wird eine schmutzige Angelegenheit. Am Ende war es sogar eine Drecksarbeit. Doch davor scheuten sich die Rotarier nicht. Obwohl es in Strömen goss, kamen die Freitaler Klubmitglieder vor Kurzem zum Arbeitseinsatz ins Georgenfelder Hochmoor. Übrigens schon zum 20. Mal seit 1995. Diesmal stiegen sie direkt ins Moor, um eine Spundwand mit der klitschigen Erde abzudecken. Das war der Abschluss der Renaturierungsmaßnahmen, die im vorigen Jahr liefen, um das Moor vorm Austrocknen zu bewahren. An diese letzte Wand kam damals der Bagger nicht mehr heran, weil Niederschläge einsetzten. Das sollte nun mit Muskelkraft nachgeholt werden. Dabei konnte keiner ahnen, dass es ausgerechnet an diesem Tag wieder schütten sollte. Doch die Rotarier zogen den Einsatz zur Freude von Friedemann Trittmacher durch. „Bei dem Mistwetter eine ,Sauarbeit‘“, sagt der Geschäftsführer vom Förderverein für die Natur des Osterzgebirges. „Das machen nur die Rotarier.“ Der Verein betreibt mit seiner gemeinnützigen GmbH das Hochmoor und auch den Botanischen Garten in Schellerhau im Auftrag der Stadt Altenberg.

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Der Garten ruft
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Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Vor allem mithilfe der Rotarier gelang es in den vergangenen Jahren, den Holzbohlensteg durchs Hochmoor zu erneuern. So können Besucher das Freiluftmuseum mit seiner besonderen Flora und Fauna auf einem Rundweg erkunden. Das soll und muss in Zukunft allerdings noch besser werden, ist das ehrgeizige Ziel des Vereins. Der Steg soll etwa doppelt so breit werden wie jetzt, damit auch Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen mit Rollatoren Zugang zu diesem Kleinod haben und sich daran erfreuen können. Nach ersten Schätzungen würde diese Investition rund 75 000 Euro kosten. „Dieses Jahr wird das nichts mehr“, dämpft Trittmacher zu hohe Erwartungen. Aber im nächsten Jahr hofft er, mit der Baumaßnahme wenigstens beginnen zu können. Vorausgesetzt, der Freistaat setzt sein Förderprogramm fort.

In diesem Jahr stellt Sachsen 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Unter dem Motto „Lieblingsplätze für alle“ werden erstmals Projekte bis zu 25 000 Euro gefördert, unter Umständen sogar komplett.