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Gefahr auf dem Spielplatz: Eltern packen an

Der Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen soll schöner werden. Dafür tun die Anwohner etwas - und sie haben Wünsche. 

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Spielplatz in Gesundbrunnen und Anwohner sammelten am Sonntag auf der Albert-Einstein-Straße Müll ein.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Spielplatz in Gesundbrunnen und Anwohner sammelten am Sonntag auf der Albert-Einstein-Straße Müll ein. © Carmen Schumann

Bautzen. Prall gefüllt sind die Müllsäcke nach der Aufräumaktion am Sonntag nicht. Das liegt ganz einfach daran, dass die Dinge, welche von Gesundbrunnen-Bewohnern aufgeklaubt wurden, eher klein sind. Das größte Ärgernis seien die Zigarettenkippen, sagt eine Anwohnerin. Für sie ist es unverständlich, dass die Raucher ihre Hinterlassenschaften einfach so fallen lassen, vor allem auf den Spielplätzen. Das sei einfach rücksichtslos befindet sie.

Das zweite Ärgernis sind Glasscherben, was mindestens genauso schlimm sei. Wie schnell können sich die Kinder beim Spielen daran schneiden. Dabei ist es ja nicht so, dass keine Abfallbehältnisse da wären. Gerade auf dem großen Abenteuerspielplatz an der Albert-Einstein-Straße gibt es genügend davon.

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Unrat aufgesammelt

Auf dieser Spielfläche startete am Sonntag-Nachmittag die erste größere Aktion der Arbeitsgruppe Spielplatz, die sich im Mai zusammengefunden hatte. Damals fand im Stadtteil Gesundbrunnen ein zweitägiges Eltern-Seminar statt, bei dem sich herauskristallisierte, dass die Spielplätze in Gesundbrunnen die Sorgenkinder sind. Und gerade in diesem Stadtteil gibt es viele Familien mit Kindern. In der Arbeitsgruppe haben sich zunächst sieben Mitglieder zusammengefunden, von denen fünf auch Eltern sind. Für die Aufräumaktion hatten sie auch Anwohner aus der Nachbarschaft eingeladen. Zusammen mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe waren es schließlich an die 20 Leute, die ihre Runden über den weitläufigen Spielplatz drehten, um ihn vom Unrat zu befreien.

Als Anreiz mitzumachen, gab es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen sowie kalte Getränke. Zusätzlich zu den Spielgeräten fanden die Kinder der Teilnehmer eine Spielkiste mit Utensilien wie Flatterbändern und Balanciertellern vor. Alles in allem eine gelungene Aktion, befand Maxi Hoke, die seit vorigem Jahr ein Projekt zur Bürgerbeteiligung in Gesundbrunnen leitet. Demnächst werden sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe zur Auswertung treffen und beraten, wie es weitergehen soll.

Ärger über Hunde- und Katzendreck

Klar ist schon jetzt, dass ähnliche Aktionen auf weiteren Spielplätzen gestartet werden sollen. Wie Nancy Grohmann sagt, befinden sich die Spielplätze im Besitz unterschiedlicher Eigentümer. Neben der Stadt sind das auch die Groß-Vermieter, wie zum Beispiel Wohnungsgenossenschaften. Der Zustand sei deshalb auch unterschiedlich. Bei einigen liege manches noch im Argen. So habe zum Beispiel die Gaia monatelang nicht reagiert, als es um die Reparatur eines Spielgeräts ging.

Die Eltern aus der Arbeitsgruppe würden es generell sehr begrüßen, wenn das eine oder andere in die Jahre gekommene Spielgerät mal aufgefrischt, ersetzt oder repariert werden könnte. Was die Zusammenarbeit mit der Stadt betrifft, so habe sich seit dem letzten Stadtteilspaziergang im vorigen Sommer schon einiges zum Besseren gewendet.

Auch dieses Jahr hat sich die Stadtspitze wieder zu einem solchen Rundgang angemeldet. Dieser findet am 30. August statt. Neben der Bürgermeisterin und dem Oberbürgermeister nehmen daran auch Vertreter der Groß-Vermieter teil. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe wollen den Termin auch dazu nutzen, um auf ein weiteres Problem aufmerksam zu machen, nämlich den Hunde- und Katzendreck nicht nur auf den Spielplätzen. Sie wollen um die Aufstellung einer Hundetoilette bitten.

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