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Weg mit der Jugendsünde

Markus Lühr profitiert von schlechten Tätowierern – bald auch in Dresden.

Warum lässt man sich ein Tattoo von den eigenen Kindern entfernen? Markus Lühr hat diesen Fall schon erlebt. „Es war ein Porträt der beiden Kinder, handwerklich spitze gemacht“, berichtet er. Was steckte also hinter der Entfernung? Das Tattoo war auf der Brust einer Frau. Mit dem Blick auf die Kleinen lief im Bett dann aber nichts mehr. Es ist nur eine Anekdote von vielen, die Lühr erzählen kann. 2008 eröffnete er sein erstes Tattoo-Entfernungsstudio in Berlin. Am Sonnabend kommt das Franchise-Unternehmen auch nach Dresden. Auf der Bautzner Straße 45 wird die mittlerweile 15. Filiale eröffnet.

„Der Bedarf wächst“, so Lühr. „Die Tätowierer schießen aus dem Boden wie Pilze. Doch nicht jeder kann es wirklich gut.“ Um die Zukunft des Unternehmens macht er sich deshalb keine Sorgen. Auch in Dresden steigt die Zahl der Tätowierer an: Derzeit gibt es in der Stadt 69 Studios, 2012 waren es nur 50. Angebote zur Entfernung gibt es hingegen kaum. Bislang werden sie von Kosmetikern, Tätowierern und Therapeuten zusätzlich angeboten. Die Tattoolos-Filiale ist das erste Studio, das sich ausschließlich auf die Beseitigung von Tattoos und Permanent-Make-Up konzentriert. Entsprechend groß ist der Ansturm.

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„Wir haben jetzt schon 28 Buchungen. Dabei haben wir noch gar nicht geöffnet“, sagt Arthur Markiewicz, Inhaber der Zweigstelle. Er pendelt zu Beginn zwischen seinem Wohnort Berlin und Dresden. So lange, bis er eine zweite Mitarbeiterin für das Studio gefunden hat. Das Franchise-Unternehmen arbeitet mit Heilpraktikern. Vorgaben gibt es nicht. Eine eintägige Schulung am Laser reicht aus, um Tattoo-Entfernungen anzubieten. Acht bis zwölf Behandlungen braucht es, um die Jugendsünde loszuwerden. Dazwischen müssen jeweils sechs Wochen vergehen, damit sich die Haut regeneriert. Eine langwierige Angelegenheit – und eine teure. Die entfernung kostet etwa das Zahnfache des Tattoos. (SZ/sag)