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Weg rund um die Burg ist fertig

Tourismus. Dem alten Rundweg um die Burg fehlen nur noch dieGeländer. Zur Langen Nacht wird er erstmals nach 40 Jahren geöffnet.

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Von Ulrike Körber

Noch darf nur sie den losen Bretterzaun zur Seite hieven und auf dem Weg entlang der altehrwürdigen Mauern auf dem Burgweg schlendern und schauen, ob die Arbeiten vorangehen. Wöchentlich einmal tut sie das, die Chefin der Albrechtsburg Angelika Lasius. Und jedesmal ist sie begeistert, wenn wieder ein Abschnitt des Weges fertig ist. „Ich freue mich schon seit Jahren darauf, dass der historische Rundgang um die Burg endlich wieder begehbar ist“, sagt sie. Bald ist es soweit: Am 9. Juli, zur Langen Nacht der Kunst und Kultur, wird sie den Weg den Besuchern zeigen können. Zum ersten Mal nach 40 Jahren kann der Rundgang dann wieder sicheren Fußes betreten werden.

In der Langen Nacht spazieren

Doch so groß die Freude bei den Burgmitarbeitern ist, einen Wermutstropfen müssen sie dennoch schlucken: Zur Langen Nacht gibt es nur eine Ausnahmegenehmigung. „Der Sicherheit wegen können wir den Spazierpfad erst ab September frei geben“, sagt Angelika Lasius. Es fehlen noch Geländer. Sie zuckt traurig mit den Schultern. Immerhin hat sie mit einem großen Strom Neugieriger noch in dieser Touristensaison gerechnet. Im September jedoch ist die Saison fast vorbei. Nur noch wenige Wochen schönen Wetters bleiben dann. Doch die Burgchefin ist zuversichtlich: „Ich hoffe, dass viele den romantischen Rundweg nutzen und länger auf der Burg bleiben, vielleicht in eines der Restaurants einkehren oder sich in der Burg umsehen.“ Immerhin brauchen die Gäste 20 Minuten, um die 450 Meter Rundweg zu schaffen.

Zum Verweilen lädt der Weg auf alle Fälle ein und das nicht nur wegen der Aussicht auf das rechte Elbufer: „Ein Spaziergänger auf dem Weg erlebt die Burg und die angrenzenden Mauern erstmalig aus einer ganz anderen Perspektive“, sagt Katja Pinzer-Müller, eine Burgmitarbeiterin. „Der Gast sieht die trutzigen Mauern eines Schlosses, das vom Burgberg aus betrachtet eher prächtig und leicht erscheint“, sagt sie. Wie an einem Felsen stehen die Gäste dann. Vor ihnen fällt das Gelände 10 bis 20 Meter tief ab. Hinter ihnen türmen sich die Stockwerke der Burg.

Im September, wenn die letzten Geländer montiert, die Bänke und Hinweisschilder aufgestellt sind, kann der Besucher vier Eingänge zum Rundweg nutzen. Der erste führt vom Hohlweg hinein, der zweite von den Schlossparkstufen, wieder einer öffnet sich an der Treppe zum Kornhaus, der vierte Eingang ist an den Gerichtsstufen, die bis dahin ebenfalls wieder begehbar sein sollen, so Angelika Lasius. Sie und Katja Pinzer-Müller werden über den Rundgang, der im 19. Jahrhundert angelegt worden ist, führen und erklären, wo einst die Pferde die Maschinen der Porzellan-Manufaktur angeschoben haben, wo die Scherben der Porzellanarbeiter den Berg hinunter gekippt worden sind. Sie führen die Gäste an Wänden vorbei, wo Rohre jetzt Wasser leiten, das früher den Berg in freiem Fall hinuntergestürzt ist.

Abends ist der Weg zu

„Mit dem Rundweg wird der Burgberg enorm aufgewertet“, so Angelika Lasius. Bei den wieder aufgebauten Brücken und entrümpelten Wegen soll es nicht bleiben. „Wir wollen in den nächsten Jahren einen Landschaftsgärtner einsetzen, der ein Konzept für die Bepflanzung machen soll“, so die Burgchefin. Der Grund: Zu viel wilder Ahorn wuchert auf dem Hang. Muss der Baumbestand an einer Stelle ausgedünnt werden, brauchen die Wiesen oberhalb der Leipziger Straße mehr Sträucher, um die Erde zu halten. Doch ehe es soweit ist, dass sich Gärtner an den steilen Hängen zu schaffen machen, will die Burgchefin den Weg erst einmal frei geben. Er wird voraussichtlich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Nachts ist der Weg verriegelt, weil die Mitarbeiter fürchten, dass einige Rowdys sich an den Bänken zu schaffen machen.