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Weg zu Fuß wird noch gefährlicher

Auf der Straße zwischen Waldheim und Kriebstein wird mindestens bis Ende 2016 gebaut. Eltern sind besorgt.

Von Andy Scharf

Philipp und Florian stehen vor dem Gasthof „Zum Trompeter“. Der Weg zum Schulbus ist für die 14-jährigen Reichenbacher abenteuerlich. Da ein Gehweg fehlt, müssen die Zwillinge am Rand der vielbefahrenen Waldheimer Straße zur Bushaltestelle laufen. „Vor allem wenn Lastwagen und Traktoren anrollen, bleiben wir vorsichtshalber stehen“, schildert Florian. Die Lage könnte sich für Fußgänger noch weiter zuspitzen. Denn ab August führt an bis zu zehn Wochenenden eine Umleitung über Reichenbach. „Nun ist der Gehwegbau noch wichtiger. Vor allem wenn Schnee liegt, können Fußgänger im Notfall nur in den Graben springen“, zeigt Vater Ralf Ehrlich auf.

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Veto sorgt für längere Bauzeit

Grund für die Umleitung ist der Ausbau der Straße zwischen Waldheim und Kriebethal entlang der Zschopau. Ab August soll auf einer Länge von 630 Metern gebaut werden. „Wir wollen bis Oktober 2016 fertig sein“, sagt Peter Welp, Sprecher des zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Grund für die lange Dauer: Die Trasse wird nur halbseitig gesperrt – unter Vollsperrung hätte das Projekt laut Welp nur eineinhalb Jahre gedauert und wäre auch billiger geworden. Immerhin müssen Ampeln gemietet und eine zusätzliche Arbeitsrampe im Mühlgraben aufgeschüttet werden, so Welp. Die Mehrkosten dafür seien nicht berechnet worden. Auf der Umleitungsstrecke soll die Trasse zwischen Reichenbach und Ehrenberg fünf zusätzliche Ausweichstellen erhalten, damit Lastwagen aneinander vorbei kommen.

Die Papierfabriken hatten ihr Veto gegen die ursprünglichen Vollsperrungspläne eingelegt. Laut Wepa-Chef Andreas Weise hätte dies den Betriebsablauf gestört. Denn die Umleitung zum Waldheimer Lager wäre über Grünlichtenberg und Massanei gegangen. Die Trassen seien für Lastwagen jedoch ungeeignet. Weise: „Mehrfach täglich werden Produkte vom Werk abgeholt. Das wäre nicht mehr möglich gewesen. Im Extremfall hätten wir die Produktion drosseln müssen.“ Ganz ohne Vollsperrung geht es dann doch nicht. An bis zu zehn Wochenenden wird die Trasse zwischen 20 und 5.30 Uhr dichtgemacht. „Das ist akzeptabel“, betont Wepa-Chef Weise.

Reichenbacher Eltern fordern nun erst recht den Bau eines Gehweges. Bürgermeister Christoph Merker (Freie Wähler) versichert, dass das Projekt noch in diesem Jahr über die Bühne gehen soll. Er hoffe, vor dem Wintereinbruch fertig zu sein (siehe Infokasten). (FP)