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Wegen Corona: Abi ohne Abschlussfeier?

Nach aktuellem Stand müssen Abibälle in der Region Döbeln wohl abgesagt werden. Die Hoffnung ganz aufgeben will aber niemand. Deshalb wird weiter geplant.

Gymnasiastin Lilli-Marie Schirmer und Torsten Hartwig, Geschäftsführer des WelWel, halten im Moment zwar Abstand, planen aber gemeinsam den Ball der Abiturienten des Döbelner Gymnasiums.
Gymnasiastin Lilli-Marie Schirmer und Torsten Hartwig, Geschäftsführer des WelWel, halten im Moment zwar Abstand, planen aber gemeinsam den Ball der Abiturienten des Döbelner Gymnasiums. © Lars Halbauer

Von Rasmus Wittrin

Region Döbeln. Über den Abi-Bällen, den großen Abschlussfeiern der Abiturienten des Lessing-Gymnasiums Döbeln und des Martin-Luther-Gymnasiums in Hartha steht ein großes Fragezeichen. Obwohl beide erst für Anfang Juli geplant sind, gehen das Kultusministerium, das Landesamt für Schule und Bildung und auch die Schulen und Abiturienten selbst nicht davon aus, dass die Abschlussfeiern in gewohnter Weise stattfinden können.

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Eine klare Richtlinie dazu fehlt allerdings noch – was natürlich auch damit zusammenhängt, dass die Veranstaltungen erst in zwei Monaten stattfinden sollten. Das sächsische Kultusministerium hat eine Verordnung erlassen, wonach alle schulischen Veranstaltungen bis Ende des Schuljahres abgesagt werden sollen. 

Laut Pressesprecherin Susann Meerheim zählen Abibälle auch dazu. Alle 14 Tage werde die Situation zwar neu bewertet und geprüft, ob weitere Lockerungen möglich seien. „Nach derzeitigem Stand müssen aber auch Abibälle abgesagt werden“, sagt Meerheim.

Roman Schulz, Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung in Sachsen, erklärt allerdings: „Abibälle sind im Unterschied zur Zeugnisausgabe im Regelfall keine schulischen Veranstaltungen.“ Die Abiturienten seien für Planung und Ausführung verantwortlich. Deshalb sei die vom Kultusministerium erlassene Verordnung auf viele Abibälle nicht anwendbar. 

Was nicht heiße, dass gefeiert werden kann: „Es sind Großveranstaltungen, die Besucherzahl liegt häufig jenseits der 500. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie stattfinden“, sagt Schulz. Großveranstaltungen sind bis Ende August deutschlandweit verboten.

Programm ist schon fertig

Ganz sicher, was eine Großveranstaltung ist, ist sich zurzeit aber kaum jemand. Stella-Victoria Schultz, Abiturientin am Harthaer Gymnasium, steht wegen der Corona-Krise stellvertretend für ihren Jahrgang in engem Kontakt mit der Schule. Sie hat sich extra eine Pressekonferenz von Ministerpräsident Michael Kretschmer angesehen, in der erklärt wurde, ab wie vielen Besuchern es sich in Sachsen um eine Großveranstaltung handelt. 

„Ab 1.000 Leuten ist es eine Großveranstaltung“, sagt die 18-Jährige. An sich gute Nachrichten für den Abiball, da diese Grenze nicht überschritten werden würde. Jedoch muss ab 100 Menschen konkret geschaut werden, wie hoch die Infektionszahlen sind, sagt Stella-Victoria. Normalerweise kommen mehr als 500 Gäste zur Abschlussfeier.

Unabhängig von der Unsicherheit rund ums Thema Abiball wollen die Harthaer Abiturienten so planen, dass ihre Abschlussfeier auch kurzfristig und nötigenfalls unter veränderten Rahmenbedingungen stattfinden könnte. Das gesamte Programm ist schon fertig durchgeplant. 

„Selbst wenn einfach nur wir Schüler und Lehrer uns zusammensetzen und unser Programm machen, wäre das schon schön“, sagt Stella-Victoria. „In irgendeiner Weise wollen wir das feiern. Um die zwölf Jahre Schule, die wir jetzt hinter uns haben, noch mal richtig abzuschließen.“

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Auch die Döbelner Abiturienten hoffen, ihren Abiball zumindest in abgewandelter Form feiern zu können, sagt Lilli-Marie Schirmer. Sie ist Mitglied der Schüler-Gruppe, die für die Organisation der Veranstaltung zuständig ist. So sind etwa Gäste-Beschränkungen vorstellbar, um eventuelle Auflagen zu erfüllen. Pro Schüler dürften dann zum Beispiel maximal drei Gäste teilnehmen.

Doch allen ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit einer Absage groß ist – zum Döbelner Abiball kommen in der Regel zwischen 600 und 800 Gäste. „Wenn er komplett ausfällt, wäre es für den Großteil der Leute sehr schade. Weil man noch mal einen gemeinsamen Abschluss hat, auch mit den Lehrern“, sagt Lilli-Marie. Eine Verschiebung dagegen wäre nicht so schlimm. Lilli-Marie: „Das Problem wäre dann nur, dass einige nicht teilnehmen könnten, weil sie sich im Ausland oder anderswo befinden.“

Aus diesem Grund sind die Harthaer Abiturienten über eine Verschiebung geteilter Meinung, sagt Stella-Victoria. „Später wären einige im Ausland und wir alle fangen etwas Neues an. Es wäre schön, diesen Lebensabschnitt jetzt abzuschließen.“

Die Unterstützung von HarthArena und WelWel als Veranstaltungsorte der Abi-Bälle haben die Abiturienten auf jeden Fall. Im WelWel wäre es das 17. Mal, dass der Abiball dort stattfindet, sagt Geschäftsführer Torsten Hartwig. „Wir stehen hier Gewehr bei Fuß, wir sind bereit. Wenn wir zwei Wochen vorher Bescheid wissen, reicht es uns, um alles vorzubereiten“, sagt Hartwig.

Auch Günter Roßberg, Betriebsleiter der HarthArena, sichert den Abiturienten Unterstützung zu. „Bei mir könnten sie eine Woche vorher anrufen. Wir stehen bereit“, so Roßberg.

Auch Zeugnisausgabe unklar

Allen Beteiligten ist aber klar, dass die von der Regierung verhängten Maßnahmen wichtig sind, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Heike Geißler, Schulleiterin in Hartha, macht die Unsicherheit über den Abiball selbst zu schaffen: „So etwas macht die schulische Gemeinschaft ja gerade aus, das Zusammensein von Schülern und Lehrern. Schule wird derzeit aufs Lernen reduziert, das ist schade. Aber man muss es im Zuge der Pandemie verstehen.“

Auch Michael Höhme, Schulleiter des Lessings-Gymnasiums Döbeln, geht nicht davon aus, dass ein normaler Abiball stattfinden kann. „Wir müssen in Ruhe abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Dann wird auch rechtzeitig über den Abiball informiert werden“, sagt Höhme.

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Dass die Zeugnisausgaben wie gewohnt stattfinden können, ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Da das schulische Veranstaltungen sind, sind sie von der Verordnung des Kultusministeriums über das Verbot schulischer Veranstaltungen betroffen.

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