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Döbeln

Wegen Corona den Umzug verschieben?

Eine Frau will berufsbedingt von Chemnitz nach Waldheim ziehen. Auf die Frage, ob sie das in Krisenzeiten darf, erhält sie widersprüchliche Auskünfte.

Ein Umzug ist auch in Corona-Zeiten erlaubt. Es gelten aber gewisse Vorsichtsmaßregeln.
Ein Umzug ist auch in Corona-Zeiten erlaubt. Es gelten aber gewisse Vorsichtsmaßregeln. © Dietmar Thomas

Chemnitz/Waldheim. Sie freut sich darauf, wieder in ihre Heimat zu ziehen. Claudia B. (Name geändert) hat zuletzt zwei Jahre in Chemnitz gewohnt, weil sie in der Nähe für eine Krankenkasse tätig war. Nun hat sie die Möglichkeit bekommen, in einer Zweigstelle der Krankenkasse in der Region Döbeln zu arbeiten.

Klar, dass die 23-Jährige, die aus Hartha stammt, diese Chance ergreift, war es doch immer ihr Wunsch, in der Nähe der Eltern zu wohnen.

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In Waldheim fand sie gemeinsam mit ihrem Freund eine neue Wohnung. Anfang April soll der Umzug vonstattengehen. Doch die Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise verunsichern die junge Frau. Darf sie umziehen oder muss sie alles wieder abblasen? Sie holt sich Rat und ruft bei der Hotline des Landratsamtes Mittelsachsen an. Dort wird ihr gesagt, sie solle den Umzug verschieben, wenn er nicht unbedingt nötig sei. Oder aber bei der Kommune anrufen. Das tut Claudia. Die Frau am Bürgertelefon in Chemnitz erklärt, dass es aus menschlichem Ermessen möglich sein muss, da ja Verträge dahinter stehen. Das bestätigt die Umzugswillige. „Das Umzugsunternehmen ist gebucht. Der Nachmieter wartet darauf, dass die Wohnung in Chemnitz frei wird und der neue Vermieter in Waldheim rechnet mit den Mieteinnahmen“, sagt sie.

Doch was tun bei solch widersprüchlichen Aussagen? Grundsätzlich sind Umzüge trotz der Corona-Krise möglich. „Umzüge sind grundsätzlich unter Beachtung der geltenden Beschränkungen, einschließlich der des Zielortes, wenn dieser außerhalb Sachsens liegt, möglich. Jedoch wird dringend geraten, eine Verschiebung zu prüfen“, sagt Katharina Strack, Referentin beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Anfrage von sächsische.de.

Eine Verschiebung kommt für Claudia B. jedoch nicht in Frage. Sie wird aber alles tun, um die Kontakte zu minimieren. Die Helfer kommen aus der Familie, ihre Zahl soll so gering wie möglich gehalten werden. Als weitere Vorsichtsmaßnahmen sind ausreichend Abstand zueinander halten, regelmäßiges Lüften und das Reinigen der Oberflächen angesagt.

Dirk Knepper, Inhaber des gleichnamigen Umzugsunternehmens, bestätigt, dass es derzeit für die Firmen seiner Branche keine Einschränkungen gibt. Bei der Arbeit setzen er und seine Mitstreiter die Hinweise hinsichtlich des Infektionsschutzes um. „Wir arbeiten generell mit Handschuhen. Wo es möglich ist, schicken wir die Kunden aus der Wohnung, um die Kontakte so gering wie möglich zu halten“, sagt Knepper. Solange in seiner Firma niemand erkranke oder es staatliche Einschränkungen gäbe, würde die Arbeit in seinem Unternehmen fortgeführt, so Knepper.