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Döbeln

Wegen Corona: Hörmobil erst im September

Wegen der Infektionsgefahr fällt der Stopp am 25. März in Roßwein aus. Die Tipps für die Augen soll es nun im Spätsommer geben.

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Symbolbild © Helen Ahmad/dpa

Roßwein. Eigentlich sollte am Mittwoch, 25. März, auf Initiative des Roßweiner Behindertenbeirates das Hörmobil auf dem Roßweiner Markt Station machen. Bei diesem Angebot können sich Ratsuchende mit Fragen rund um die Themen Hören und Schwerhörigkeit informieren und an die Experten des Landesverbandes der Schwerhörigen und Ertaubten wenden. „Wegen der Corona-Krise muss es leider entfallen“, informierte Kerstin Bauer, Vorsitzende des Behindertenbeirates. „Das ist sehr schade, aber nicht zu ändern. Denn während der Beratung kann der derzeit wegen des Coronavirus erforderliche Mindestabstand nicht eingehalten werden“, so Kerstin Bauer.

Bereits zwei Mal hatte der Behindertenbeirat das Hörmobil nach Roßwein geholt. Beim ersten Stopp seien die Reaktionen noch etwas verhalten gewesen, so Kerstin Bauer. „Beim zweiten Mal war die Beteiligung der Ratsuchenden aber groß. Wahrscheinlich hatte sich das dann herumgesprochen.“ Die Experten des Landesverbandes beantworten im Hörmobil beispielsweise Fragen zu Hörhilfsmitteln, die teilweise auch ausprobiert werden können. Auch Informationen zu Fördermöglichkeiten am Arbeitsplatz, Hilfsmitteln und Rechtsansprüchen werden gegeben und Kontakte zu Leistungserbringern oder Selbsthilfegruppen vermittelt.

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Lage kritisch für Behinderte

Ganz verloren geht den Roßweinern das Angebot nicht. „Der Termin am 2. September – das ist wieder ein Mittwoch – bleibt bestehen“, so Kerstin Bauer. Dann wird das Angebot sogar noch erweitert und durch „Blickpunkt: Auge“ zu Fragen rund ums Sehen ergänzt. Außerdem will sich auch der Behindertenbeirat selbst, eventuell in einer separaten Veranstaltung, beraten lassen.

Insgesamt schätzt die Vorsitzende aus Sicht des Behindertenbeirates die derzeitige Lage sehr kritisch für die behinderten Menschen ein. „Es gibt sehr viele Unsicherheiten“, sagt sie und begrüßt, dass verschiedenen Institutionen wie beispielsweise die „Lebenshilfe“ Informationen in leichter Sprache anbieten. Gut findet sie auch das die Fernsehsender Informationen zu diesem wichtigen Thema in Gebärdensprache übertragen.

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Besonders beschäftigt habe sie in der vergangenen Woche die Tatsache, dass die Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten noch in voll besetzten Bussen und Taxis zur Arbeit gebracht wurden. „Da hat bei mir wirklich ständig das Telefon geklingelt. Die Eltern haben sich gefragt, ob die behinderten Menschen einfach vergessen worden sind“, so Kerstin Bauer. Sie ist erleichtert, dass nun die zentrale Entscheidung getroffen worden ist, ab Montag die Werkstätten bis auf eine Abteilung zunächst zu schließen (SZ berichtete).

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Gerade bei geistiger Behinderung sei es sehr schwierig, den Betroffenen die derzeitige Situation zu erklären. „Viele können aufgrund ihrer Behinderung nicht verstehen, warum sie nicht mehr auf Arbeit dürfen, die Spielplätze geschlossen sind oder warum sie sich nicht mehr mit Handschlag begrüßen sollen“, erklärt die Vorsitzende.

Termin: Mittwoch, 2. September, 9 bis 15 Uhr, Hörmobil und „Blickpunkt: Auge“ auf dem Marktplatz Roßwein.

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