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Wegen Unvernunft scherbelt’s weiter

über allgegenwärtige Verkehrsrowdys

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Manuela Reuß

Zwanzig Menschen wurden in drei Jahren allein an den Autobahnauffahrten Burkau und Ottendorf-Okrilla schwer verletzt. Und das sind nicht die einzigen Unfallschwerpunkte, die die Kreisunfallkommission ausgemacht hat. Dass es so oft kracht, ist eigentlich kein Wunder. Wenn man den täglichen Wahnsinn auf Deutschlands Straßen beobachtet, wundert man sich eher, dass nicht noch mehr passiert. Wer täglich hinterm Lenkrad sitzt, könnte Romane schreiben. Doch die Helden dieser Geschichten bekleckern sich keinesfalls mit Ruhm.

Verkehrsrowdys sind scheinbar immer unterwegs. Verkehrsschilder, Sperrlinien und Ampeln werden ignoriert und riskante Überholmanöver scheinen für manche Kraftfahrer Sport. Vielleicht brauchen sie ja auch den Adrenalin-Stoß wenn plötzlich Gegenverkehr auftaucht und sie sich kurz vorm Crash wieder auf ihrer Spur einordnen. Mancher findet sich dabei vielleicht sogar mega-cool. Vielleicht dachte auch der junge Mann, der im Dezember 2012 in Schmorkau tödlich verunglückte, dass er die Kurve noch kriegt.

Es ist gut, dass der Freistaat Unfall-Brennpunkte entschärfen will. Doch auch dann wird’s noch immer scherbeln. Denn notorische Verkehrssünder werden sich weder davon, noch von Unfall-Horrorbildern oder -meldungen beeindrucken lassen. Leider. Das ist täglich zu erleben.