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Wehr muss öfter technische Hilfe leisten

Im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr nur knapp halb so viele Einsätze wie 2013. Trotzdem war die Belastung groß.

Von Cathrin Reichelt

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Dieses Jahr begann für die Roßweiner Feuerwehr, wie 2014 geendet hat. Die Kameraden wurden zu einem Einsatz an ein Einfamilienhaus gerufen. In dem einen hatte es eine Explosion gegeben, in dem anderen war ein Feuer ausgebrochen. „Für die Betroffenen war das schlimm, aber für uns sind das keine außergewöhnlichen Einsätze“, meint Wehrleiter Klaus Bernhard. Eine große psychische Belastung sei es dagegen, wenn bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn eine eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug befreit werden müsse. „In solchen Situationen entscheiden wir vor Ort, wer dazu in der Lage ist“, so Bernhard. Besonders geschult sei dafür niemand.

Im vergangenen Jahr gab es zwar sieben Einsätze auf der A 14, allerdings ohne Personenschaden. Die Roßweiner sind auf dem Abschnitt von Döbeln Ost bis Nossen Nord für Hilfeleistungen zuständig.

Insgesamt wurden die Kameraden 2014 zu 51 Einsätzen gerufen. Das waren 66 weniger als ein Jahr zuvor. Grund für die hohe Zahl waren das Hochwasser im Juni 2013, Schäden nach Stürmen und Starkregen. Letztere gab es auch 2014. Allerdings nur in sehr geringem Maß. Zu den Einsätzen im vergangenen Jahr gehörten unter anderen 19 technische Hilfeleistungen, sechs Brände von Fahrzeugen, ein Gebäudebrand, zwei kleine und ein mittlerer Brand. Außerdem wurde viermal eine Brandmeldeanlage ausgelöst. Jedes Mal war es ein Fehlalarm.

Die technischen Hilfeleistungen hätten stark zugenommen, so Bernhard. Vor 20 Jahren habe es fast keine gegeben. Dann haben die Kameraden jahrelang auch Ölspuren beseitigt. Diese Aufgabe übernimmt jetzt eine Firma. Dadurch werden die Feuerwehrleute entlastet.

Mit 38 aktiven Kameraden ist die Roßweiner Wehr gut aufgestellt. Zurzeit ist aber nur eine Frau dabei. „Ich hätte gern mehr Frauen, die uns den Rücken freihalten“, meint Bernhard. „Frauen sind nicht zu weich, wie oft gesagt wird. Sie sind manchmal sogar härter verpackt als die Männer“, sagt er und lobt die schlagkräftige Frauengruppe in Niederstriegis.

In der Roßweiner Jugendwehr lernen derzeit 13 Mädchen und Jungen die Grundlagen der Brandbekämpfung und Hilfeleistung. Das stimmt den Wehrleiter aber nicht allzu optimistisch. „Wenn davon später einer in die Erwachsenenwehr wechselt, wäre ich schon froh“, sagt er. Die meisten werden wie ihre Vorgänger voraussichtlich die Region für die Lehre, das Studium oder den Job verlassen. Die Roßweiner haben zwar Zeit und Geld in die Ausbildung der jungen Leute gesteckt, aber davon profitieren dann Feuerwehren in anderen Orten.

Die jungen Leute, die geblieben sind, sind auch mit Eifer dabei. Sie haben eine Juniorgruppe gegründet. In der treffen sie sich zusätzlich zu den Diensten und wiederholen das Gelernte.

Die Kameraden der Wehr helfen aber nicht nur in Notfällen. Sie begleiten zum Beispiel auch die Lampionumzüge der Kindertagesstätten durch die Stadt. „Wir wollen, dass die Kinder Spaß haben und gesund wieder nach Hause kommen“, so der Wehrleiter. Auch in diesem Jahr steht eine große zusätzliche Aufgabe an. Das Gerätehaus an der Goldbornstraße wird zum Schul- und Heimatfest die Einsatzleitung für die Feuerwehr, das Ordnungsamt und die Polizei.

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