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Wehrmann: Olbricht hat zweifelsohne Mut gezeigt

An jedem 20. Juli finden sich seit vielen Jahren schon Leisniger am Geburtshaus Friedrich Olbrichts an der Friedrich-Naumann-Straße ein. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass Olbricht dort am 4. Oktober 1888 geboren worden ist.

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Von Heike Stumpf

An jedem 20. Juli finden sich seit vielen Jahren schon Leisniger am Geburtshaus Friedrich Olbrichts an der Friedrich-Naumann-Straße ein. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass Olbricht dort am 4. Oktober 1888 geboren worden ist. Sein Vater war Schulleiter in Leisnig und so verbrachte Friedrich die ersten Jahre seiner Kindheit in der Bergstadt. Hier soll er auch das Einmaleins gelernt haben, ehe die Familie nach Freiberg und Bautzen zog.

Daran erinnerte Vize-Bürgermeister Manfred Wehrmann gestern noch einmal. Neben ihm standen Vertreter fast aller Ratsfraktionen, von Partei-Ortsgruppen sowie des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins. So viele Leute waren bei der Olbricht-Ehrung zuletzt vor zwei Jahren dabei, als sich das Scheitern des so genannten Walküre-Planes zum 60. Mal gejährt hat.

Die Meinungen über Friedrich Olbricht gehen auseinander. Die einen halten ihm zu Gute, dass er sich am Versuch beteiligte, Hitler zu stürzen und Deutschland von dessen Diktatur zu befreien. Die anderen kreiden ihm an, dass er freiwillig zum Militär gegangen ist, diverse Leitungsfunktionen inne hatte und im Zweiten Weltkrieg für seine Verdienste im Polenfeldzug mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden ist.

„Die Mehrheit ist inzwischen der Meinung, dass die, die damals etwas gegen das Regime unternommen haben, Mut gezeigt haben. Dem schließen wir uns an. Wir sind stolz auf die Widerstandskämpfer dieser Zeit und damit auf Friedrich Olbricht“, so Wehrmann.

Ehe er die versammelte Runde bat, Olbricht und der Opfer der Hitlerdiktatur zu gedenken, ergriff Peter Rentsch vom Vorstand des Geschichts- und Heimatvereins noch einmal kurz das Wort. Der Leisniger hatte sich in Vorbereitung auf die Ehrung vor zwei Jahren mit der Materie befasst und die unterschiedlichen Meinungen über Olbricht gegenübergestellt. Rentsch zweifle nicht daran, dass die Widerstandskämpfer damals das Beste für Deutschland gewollt haben. Diese Botschaft versuchte Olbricht in seinen letzten Stunden auch seinem Schwiegersohn Friedrich Georgi zu vermitteln.

Literaturhinweis: „Soldat im Widerstand, General der Infanterie Friedrich Olbricht“ von Friedrich Georgi (1989), „General Friedrich Olbricht. Ein Mann des 20. Juli“ von Helena P. Page (1994).