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Wehrumbau am Weigersdorfer Fließ startet

Bereits 2013 sollte das Mühlwehr in Förstgen eigentlich beseitigt werden. Kommende Woche beginnen endlich die Arbeiten.

© André Schulze

Von Sabine Ohlenbusch

Was lange währt wird endlich gut: Das Weigersdorfer Fließ in Mückas Ortsteil Förstgen erhält endlich ein neues Bett. Damit wird auch gleichzeitig das Mühlwehr abgerissen, das ein großes Risiko für Hochwasser gewesen ist. Die baufällige Anlage hat den Durchfluss des Baches gestört und ist seit Langem einsturzgefährdet gewesen.

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Die ersten Schritte zum Bachumbau sind bereits getan, wie Ingenieur René Otter informiert. Er ist Spezialist für Straßen-, Tief- und Wasserbauten und hat den Rückbau des Wehres im Weigersdorfer Fließ in Mücka geplant. Jetzt ist die Baustelle eingerichtet: Eine Baustraße aus Betonplatten ist von der Dorfstraße aus gelegt; auch ein Baucontainer ist schon vor Ort. Ursprünglich sollte das Projekt von der anderen Seite, vom Mühlweg aus begonnen werden. Da dies nicht möglich ist, hat sich die Planung noch ein wenig verzögert. Durchführen wird die Arbeiten ab dem kommenden Montag die Firma Nadebor aus Krauschwitz. Dabei ist die Verlegung des Bachverlaufs eine ebenso wichtige Maßnahme wie die Entfernung des Wehres. „Das Weigersdorfer Fließ wird von einer engen doppelten Abwinklung in eine geschmeidige S-Form überführt“, erklärt René Otter. „Auf diese Weise soll ein freier Gewässerlauf entstehen.“

Über den Beginn der Arbeiten hat der Mückaer Bürgermeister Uwe Blättner in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend informiert. Kurz zuvor ist er in dieser Sitzung von Gemeinderat Bernhard Saß verpflichtet und vereidigt worden. Die Situation betrifft den Bürgermeister auch persönlich: Das Wehr liegt direkt an seinem Grundstück in Förstgen. Seit bald 20 Jahren wohnt er mit seiner Familie in dem Haus am Bach. Und auch er hat seit langer Zeit mit der Anlage zu tun. Ende 2011 ist die Stützmauer in Ordnung gebracht worden, um nach einem größeren Hochwasser im September 2010 das Ufer zu sichern.

Statt durch das Wehr soll das Wasser an dieser Stelle dann über eine raue Rampe fließen. Damit ergibt sich eine Förderung von bis zu 90 Prozent aus EU-Mitteln, weil dadurch der Fluss für Wasserlebewesen durchlässig und eine Forderung der Europäischen Union umgesetzt wird. Für Uwe Blättner ist wichtig, dass die Arbeiten nun endlich beginnen. Doch die denkmalgeschützte Rundbogenbrücke unweit seines Hauses macht ihm weiterhin Sorgen. „Der Durchlass der Brücke ist viel zu schmal für das ganze Wasser“, so der neue Bürgermeister. Hier müsse in Zukunft ebenfalls etwas passieren. Doch dazu muss der Denkmalschutz das Bauprojekt genehmigen – obwohl die Brücke schon lange nicht mehr ihrer historischen Bauform entspricht. In früheren Zeiten ist als Fahrbahn einfach eine Betonplatte daraufgelegt worden.

Das Wetter und der Schnee bereiten René Otter übrigens kein Kopfzerbrechen für die Bauarbeiten. „Es ist eher hilfreich, wenn es ein bisschen frostig ist“, sagt der Bauingenieur, „dann hält der Boden die großen Maschinen besser.“ Auch wenn das Wasser im Graben gerade recht hoch steht, geht er nicht davon aus, dass es bis Baubeginn am Montag Probleme geben wird. Bis in drei Wochen sollen die Arbeiten nach Plan abgeschlossen sein. Die Verlegung ist eine vorgelagerte Maßnahme des Hochwassermanagementplans der Gemeinde Mücka. Auch dieser ist seit 2013 geplant gewesen und notwendig, um weitere Fördermittel für Arbeiten zum Schutz vor Hochwasser beantragen zu können.