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Weiches Fell und lange Ohren

Nieder Seifersdorf lockt am Wochenende mitder Kreisjungtierschauder Kaninchenzüchter.

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Von Wolfgang Wendler

Mir haben die kleinen Kaninchen sehr gut gefallen, und wir haben auch eines gekauft,“ verkündete die fünfjährige Lea Müller aus Klitten freudestrahlend. Die Kaninchenhaltung in der Familie ist jedoch Sache ihrer 15-jährigen Schwester Laura, die stolz die Neuerwerbung der Rasse Helle Großsilber vorzeigte. Sie hatte unter 48 Tieren auswählen können. „Zur Blutauffrischung, wir wollen ja schöne Tiere haben,“ erklärte die junge Dame, die damit zu verstehen gab, dass sie schon etwas von der Kaninchenzucht versteht. Das ist auch ein Beweis dafür, dass die Anzahl der Kaninchenhalter weiter wächst und die Nachfrage bei den Züchtern nach Schlachtkaninchen ebenfalls ansteigt. Bereits am Sonnabend hatten über 60 Tiere den Besitzer auf der Ausstellung gewechselt. „Das ist ein großes Lob für die Züchter“, stellte der Vereinsvorsitzende Joachim Hamann fest.

Bereits zum 11. Mal stellten die Rassekaninchenzüchter ihren züchterischen Nachwuchs vor; wieder in Nieder Seifersdorf. Die Verantwortung hatten die Jänkendorfer Kleintierzüchter übernommen und sich dazu mit der Agrargenossenschaft verbündet, die das Ausstellungslokal in der Gaststätte „Stadt Löbau“ kostenlos bereitgestellt hatte. Die kleinen Stallhasen waren sehr übersichtlich in angenehmer Umgebung präsentiert worden. Als Nachfolger seines Vaters Werner hatte das Roland Lätsch übernommen und zur Freude der Besucher in Volieren und großen Käfigen Kaninchenfamilien, Ziervögel und Tauben zur Schau gestellt sowie sehr schöne Blumenarrangements angebracht.

Die wertvollsten Siegerpreise, vom Landesverband zur Verfügung gestellt, blieben diesmal in Jänkendorf. Sie erhielten der Vereinsvorsitzende Joachim Hamann, der mit Sohn Ronny eine Zuchtgemeinschaft für Englische Schecken gebildet hatte, und an Angelis Manos für Blaue Wiener. Vier Pokale hatte der Landkreis gestiftet. „Der Landrat persönlich lässt es sich nicht nehmen, stets einen eigenen Pokal bereit zu stellen,“ erklärte Joachim Hamann. Den erhielt Jungzüchter Marko Klar aus Uhsmannsdorf. Weil die Jungzüchter nur 20 Tiere zur Bewertung vorstellten, kam keine separate Wertung zustande.

Wegen der Qualität seiner Einzeltiere wurde Paul Bernd aus Weißwasser als Bester Jungzüchter geehrt. Auch Maxi Golibrzuch aus Kodersdorf erhielt einen Ehrenpreis. Mit drei und zwei Pokalen heimsten Egbert Kuhn aus Mücka und Olaf Rösler aus Uhsmannsdorf die meisten wertvollen Auszeichnungen ein. Es fiel auf, dass sich die Qualität der züchterischen Arbeit weiter verbessert hat. Die Bewertung von 176 Tieren mit der Note „sehr gut“ ist dafür sichtbarer Ausdruck. „Wenn wir früher ein Gut erhielten, war das schon etwas besonderes, von Sehr gut einmal ganz abgesehen,“ stellte der 75-jährige Gerhard Stolpe aus Diehsa fest, der seit 1959 Blaue Wiener und Havanna züchtet. Er führt das auch auf eine verbesserte Ernährung mit gehaltvollem Futter zurück. „Vor 50 Jahren waren die Kaninchen Abfallverwerter, und heute hilft das Fertigfutter Tierverluste zu vermeiden,“ meinte er weiter.

Oft gibt es das Gnadenbrot

Zu den jungen Züchtern gehört Ronny Hamann aus Jänkendorf. Seit 1990 hat er sich der Zucht von Englischen Schecken und Deutschen Riesenschecken verschrieben. „Die zweifarbigen Rassen sind schwer zu züchten, aber dadurch eine Herausforderung,“ schätzt der junge Mann ein und erntete mit dem 1. Preis in diesem Jahr den verdienten Lohn für seine Bemühungen. Wie bei allen Züchtern war die Liebe zum Tier der Ausgangspunkt: „Mir fällt es sehr schwer, die wertvollsten Zuchttiere irgendwann ihren letzten Schritt in die Bratpfanne gehen zu lassen. Meist bekommen sie bei mir das Gnadenbrot.“

stimmen

Klaus Schubert (Niesky): Ich habe die Ausstellung mit Freude erlebt, denn ich habe Kaninchen gern, jedoch im Haus keine Möglichkeit zur Haltung.

Hans Theurich, Särichen: Ich nutze die Ausstellungen, um gute Zuchttiere zu erwerben. Diesmal suche ich einen Rammler der Hellen Großsilber.

Iris und Robert (4) Starke: Als Hobbyzüchter gefallen mir solche Ausstellungen sehr. Besonders Robert war ganz begeistert.

Hartmut Kossack, Kunnersdorf: Halter und Züchter kaufen immer mehr Fertigfutter. In Pellets sind Weizen, Mais, Gerste, Sonnenblumen und Rübenmasse und damit viel Vitamine enthalten.