merken
PLUS Weißwasser

Weihnachten 2020 wird gefeiert!

Weißwasser hat 85 Jahre Stadtrecht. Der Weihnachtsmarkt wird die einzige Großveranstaltung im Jubiläumsjahr.

Auch beim diesjährigen „Weihnachtsmarkt in der Glasmacherstadt“ gibt es einen Glasmacherstollen, der zur Refinanzierung des Marktes verkauft wird.
Auch beim diesjährigen „Weihnachtsmarkt in der Glasmacherstadt“ gibt es einen Glasmacherstollen, der zur Refinanzierung des Marktes verkauft wird. © Joachim Rehle

Es ist amtlich: 2020 wird es einen „Weihnachtsmarkt in der Glasmacherstadt“ geben! Der findet vom 3. bis 6. Dezember und zum dritten Mal auf dem Telux-Gelände statt: mit Unterhaltungs- und Rahmenprogramm für große und kleine Besucher, mit Händlern, Gastronomie, Glasbläsern, Stollenanschnitt und vielem mehr. Außerdem bleibt der Markt eintrittsfrei.

Soweit die Fakten. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass der Markt stattfindet. Zum einen wegen Corona. Zum anderen, weil es zuletzt im Stadtrat unterschiedliche Auffassungen gab, wofür 2020 die von der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) der Stadt Weißwasser freiwillig für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellten Gelder verwendet werden und ob und in welcher Höhe der Weihnachtsmarkt zu berücksichtigen ist.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Vorerst ohne Zuschüsse

Letztlich entschieden die Macher, den Weihnachtsmarkt vorerst ohne Zuschuss zu organisieren. „Es wird nicht einfach. Aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand“, sagt Frank Schwarzkopf vom Veranstalter Stadtverein Weißwasser. Schließlich sei der Weihnachtsmarkt eine Veranstaltung der Stadt, die diese Aufgabe vor Jahren auf Ratsbeschluss an den Verein übertragen habe. Und weil Weißwasser in diesem Jahr zudem 85-jähriges Stadtrecht hat, sollte der Markt als einzige Veranstaltung im Jubiläumsjahr nicht ausfallen. „Deshalb“, so Schwarzkopf, „haben wir mit vielen Partnern alle Anstrengungen unternommen, um das Event vorbereiten zu können. Gerade in diesem Jahr brauchen die Menschen etwas, um sich zu treffen, was zu erleben, Abwechslung zu haben, sich zu identifizieren. Weihnachten in der Glasmacherstadt bietet das und hat, durch Namen, Glasbläser und Veranstaltungsort, einen direkten Bezug zum Stadtjubiläum.“

Außerdem, sagt Timo Schutza vom Kooperationspartner Soziokulturelles Zentrum Telux, wolle man den Menschen mit der Veranstaltung „Mut machen“ und „ein Gemeinschaftsgefühl“ geben. „Daher stellen wir den Markt, trotz vieler Unwägbarkeiten, auf die Beine. Und weil wir wissen, dass die Leute den Markt wollen.“
Noch können Veranstalter und Hauptorganisator nicht sagen, wie das festliche Treiben konkret ablaufen wird. Eine Situation wie Corona samt Folgen und Auflagen gab es noch nie, weshalb Erfahrungswerte fehlen. Trotzdem läuft die Vorbereitung auf Hochtouren. Künstler, Musiker, Varieté-Circus, Händler und Gastronomen stehen bereit. „Aber die Verträge müssen nun verändert werden, weil es durch Corona jederzeit plötzlich zu weniger Lockerungen und Veranstaltungsabsagen kommen kann“,begründet Schutza. Zudem müsse in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt ein Hygienekonzept für die Großveranstaltung erarbeitet werden.

Das Konzept samt möglicher Auflagen und höherer Kosten wegen mehr Toiletten- und Desinfektionsstandorten sowie Sicherheitspersonal ist ebenso ein Novum wie die Tatsache, dass viele freiwillige Helfer selbst zu Risikogruppen gehören und ihr Einsatz damit offen ist. Erschwerend hinzu kommt, das Sponsoren durch wirtschaftliche Ausfälle nicht wie gewohnt den Markt unterstützen können. Schlechte Voraussetzungen für ein Volksfest, das durchschnittlich 40.000 Euro kostet und eine Grundfinanzierung von 10.000 Euro benötigt.

Unterstützer zeigen Flagge

Weiterführende Artikel

Chorgesang ist hier Frauensache

Chorgesang ist hier Frauensache

Der Verein des Kalinka-Chores Weißwasser feiert am 28. August sein zehnjähriges Bestehen mit einem Sommerfest

Weihnachten ohne Weihnachtsmärkte?

Weihnachten ohne Weihnachtsmärkte?

Das Dresdner Stadtfest ist wegen Corona endgültig abgesagt worden. Was passiert nun mit Sachsens Weihnachtsmärkten? Das hat die Landesregierung vor.

Gehofft werde daher, so Schwarzkopf, dass der Stadthaushalt bald genehmigt wird. „Dann können wir einen Antrag auf Finanzierung aus Geldern für Feste und Feiern stellen.“ Finanzielle Hilfe zugesagt haben indes Veolia und Stadtwerke Weißwasser. Die Chancen auf Genehmigung eines bei der sächsischen Kulturstiftung gestellten Förderantrags stünden laut Organisatoren ebenfalls gut. „Besonders freut es uns, dass die Kreativgemeinschaft Lausitz und die Rodig Ausbildungsgesellschaft weiter mit im Boot sind und Weihnachtsbäume, Dekoration der Bäume und des Areals, Ständen und vieles mehr absichern“, erzählt Timo Schutza. „Und es gibt Spender wie Stadtrat Thomas Krause, der gegen die Weihnachtsmarkt-Unterstützung stimmte, mich aber als Unternehmer anrief und Hilfe anbot“, weiß Frank Schwarzkopf, der noch eine gute Nachricht hat. „Auch gibt es wieder Glasmacherstollen.“ Zwar könne der Verkauf, wie auch anderswo, durch Corona-Auflagen länger dauern als sonst. Aber die Besucher seien ja auf einem Weihnachtsmarkt und nicht auf der Hatz.
Dass der Weihnachtsmarkt ein Erfolg wird, daran zweifeln Organisatoren und Partner nicht. „Wir werden zeigen, dass wir es können und die Leute ihn wollen!“

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser