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Weihnachten mit Kuchen und Frettchen

Der Weihnachtsmarkt der WG Fortschritt zeigte die Vielfalt des Genossenschaftslebens.

Benjamin Schuke

Die Kleinen konnten es gar nicht erwarten. Der Anschnitt der großen Kirsch-Sahne Eistorte eröffnete am Sonnabend den alljährlichen Weihnachtsmarkt der Wohngenossenschaft Fortschritt (WGF) in der Blumenstraße. Einer der drei Engel war Nadine Böhme, die sonst als Hausverwalterin arbeitet. Franziska Seyffarth von der Bäckerei Körner konnte sich erst nach 30 Minuten wieder vom Schneidemarathon erholen, wo groß war die Nachfrage nach dem Kuchen, den ein riesiger Weihnachtsstern aus Marzipan schmückte.

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Vor dem Festzelt hatten die WGF-Heinzelmännchen die selbstgebaute Holzpyramide in Gang gesetzt, die symbolisch viele Freizeitgruppen der 1700 Genossenschaftsmitglieder symbolisiert. „Wir hatten 2005 einen Leerstand von 24 Prozent“, sagte WGF-Geschäftsführer Stefan Viehrig. „Wir mussten etwas tun, um das Image der Genossenschaft zu stärken.“ So entwarf er damals ein Marketingkonzept, von dem heute viele profitieren. Mit Helfern wie Elke Makk und Katja Näther gab es bald zahlreiche Hobbygruppen. Wandern, Gymnastik, eine Radler- und eine Handwerkergruppe zum Beispiel. Letztere hatte 2012 die Pyramide geschaffen.

Auch für die Kinder setzt sich die WGF ein. „Wir wollen ja auch junge Leute erreichen“, sagte Katja Näther. Sie leitet eine Lese-AG an der Grundschule Döbeln Ost. Dort hilft sie jenen, die in der Schule Schwierigkeiten haben. „Wir versuchen auch, die Eltern mit einzubeziehen, denn wenn mehr Unterstützung von zu Hause kommt, werden Fehlschläge seltener“, sagte sie. Auch Nichtmitglieder können die Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Hobby-Ausstellung gab es nebenan. Helmut von Dach und zwei weitere Schnitzer zeigten ihre Arbeiten. Eine mehr als 40 Zentimeter große detailreiche Gärtnerfigur mit einem Obstpflücker, Tiere und ein Clown aus Lindenholz zeugten von seinen handwerklichen Fähigkeiten. „Diese Stücke sind unverkäuflich. Man sitzt sehr lange daran“, sagte er. Genau wie sein Freund Otto Möbius schaut er auf zu Künstlern wie den mittelalterlichen Tilman Riemenschneider oder Ernst Barlach, bei deren Reliefs und Skulpturen er große Ehrfurcht verspüre.

Brigitte Zimmermann hatte ihre selbstgefertigten Teddybären in der Glasvitrine ausgestellt. Die Bewohnerin sucht sich aus Malbüchern Figuren heraus, die sie dann in Handarbeit eigenständig näht. 13 Unikate waren zu sehen. Ein Schneeteddy mit schwarzem Schal und Zylinderhut und ein Engelsteddy mit Flügeln in einem mit Geschenken bestückten Schlitten hinterließen den Eindruck, auch sie liebe das Detail. Der hermelinbestückte Weihnachtsbär erfreute die Kinder.

Wer sein Kind mit einem Frettchen fotografieren lassen wollte, kam auch auf seine Kosten. Im Nebenzimmer hatte Ines Mey vom Verein Frettchenfreunde Chemnitz vier Exemplare eingezäunt. Eines der Tiere wartete artig im Käfig auf lachende Gesichter. „Wir machen das seit 1997. Ein Jahr zuvor hatte ich auf einem Kleintiermarkt ein Frettchen gekauft. Ich war zuerst erschrocken, weil es biss und man öfter saubermachen muss“, sagte die 45-jährige Callenbergerin. Doch dann sei ihre Liebe für die Tiere erwacht.