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Weihnachtsgeschenk aus der Notaufnahme

Dr. Sven Polansky musste Heiligabend regelmäßig im Radeberger Krankenhaus Dienst schieben. Und fand dabei seine große Liebe.

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Von Jens Fritzsche

Solch eine Geschichte wird wohl wirklich nur Heiligabend geschrieben. Dass Dr. Sven Polansky in den vergangenen Jahren stets am 24. Dezember die Geschicke der Inneren Abteilung der Radeberger Asklepios-ASB Klinik leiten musste, bescherte ihm die große Liebe seines Lebens. „Heiligabend vor zwei Jahren haben wir uns kennengelernt, meine heutige Frau hatte damals Dienst in der Notaufnahme, ich hier oben auf Station – jetzt haben wir geheiratet“, verrät Dr. Polansky, der seit 2007 im Radeberger Krankenhaus arbeitet.

War es die ganz besondere Stimmung, die Heiligabend über dem Krankenhaus liegt? „Es schwebte irgendwie über allem ein Duft aus Tee und Keksen, alles schien irgendwie zur Ruhe gekommen zu sein, wo doch ein Krankenhaus sonst ein eher hektischer Betrieb ist“, beschreibt der Arzt, der sich als damals Unverheirateter freiwillig zu den Weihnachtsdiensten gemeldet hatte. „Das ist ja ein Tag, an dem die Kollegen mit Kindern nicht unbedingt arbeiten sollten“, findet Dr. Polansky. Und irgendwie war es keine Last, sondern die Arbeit am Heiligabend begeisterte ihn sogar. Denn an diesem ganz besonderen Tag, sagt er, nimmt man sich mehr Zeit füreinander als sonst. „Wir haben im Kollegenkreis viele intensive, auch sehr persönliche Gespräche geführt, das war schon sehr besonders“, findet er. Zudem kommt auch der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Matthias Czech, alljährlich Heiligabend auf die Station, deren Chef er ja gleichzeitig ist. „Ich habe da immer ein paar Geschenke für diejenigen dabei, die an diesem besonderen Tag arbeiten müssen“, verrät er. Und verrät auch, dass sich seine Familie längst daran gewöhnt hat, „dass ich Heiligabend immer noch mal weg muss…“

Ein besonderer Abend halt. Auch im Krankenhaus. Und auch für die Patienten kann man sich an diesem Tag ein bisschen mehr Zeit als sonst nehmen, sagt Dr. Sven Polansky. „Weil einfach weniger Patienten da waren“, fügt er an. „Wir versuchen natürlich soweit wie möglich, die Patienten zu Weihnachten nach Hause zu entlassen, auch wenn das auf der Inneren Station nur sehr schwer planbar ist“, weiß der Mediziner. „Wer krank wird, kann eben nicht auf den Kalender schauen, ob es gerade passen könnte oder ob ein Feiertag ist“, so Dr. Sven Polansky. Und so tragen es die meisten Patienten dann eben doch recht gefasst, ausgerechnet Weihnachten im Krankenhaus sein zu müssen, hat der Stationsarzt beobachtet.

Und die Geschenke? „Die gab’s für mich dann eben am ersten Feiertag“, sagt Dr. Sven Polansky. Und fügt schmunzelnd an: „Während bei den anderen Weihnachten schon vorbei war, ging’s für mich erst richtig los…“ Aber das größte Weihnachtsgeschenk hatte er da ja eigentlich schon bekommen: seine heutige Frau.