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Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk soll anbauen

Der Schlossadvent in Freital ist beliebt. Jetzt gibt es konkrete Ideen, wie er erweitert werden könnte.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Künftig soll es in Freital noch mehr weihnachten. Nachdem der Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk im Dezember sehr gut besucht wurde und sich zu Stoßzeiten Schlangen vor einigen Buden bildeten, wird eine Erweiterung wahrscheinlicher. FDP-Stadrat Lothar Brandau hatte zuletzt bereits eine Expansion gefordert. Nun legt Frank Gliemann, Fraktionschef der Freien Wähler, nach. Er hat konkrete Ideen, wie das gelingen könnte. Der Chef des Gasthauses „Zur Linde“ ist jedes Jahr mit einem eigenen Stand auf dem Schlossadvent vertreten.

Frank Gliemann ist Chef des Gasthauses „Zur Linde“ in Freital. Für die Freien Wähler sitzt er außerdem im Stadtrat.
Frank Gliemann ist Chef des Gasthauses „Zur Linde“ in Freital. Für die Freien Wähler sitzt er außerdem im Stadtrat. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Idee, den Markt zu erweitern, unterstützt Gliemann. Ihm ist es aber wichtig, dass die Stadt anschließend nicht mehr Geld für die Schlossadvent zuschießen muss. „Vielleicht können wir den Zuschuss sogar noch ein wenig senken“, sagt Gliemann. Für den Markt plant die Stadtverwaltung, die den Schlossadvent veranstaltet, pro Jahr rund 35 000 Euro an Ausgaben ein. Das Budget wird jedoch nicht immer komplett ausgeschöpft. Mit dem Geld werden an den beiden Weihnachtsmarkt-Wochenenden vor allem für Kinder und Familien zahlreiche, überwiegend kostenlose Angebote sowie ein weihnachtliches Musikprogramm finanziert.

Ausschank schon am Freitag?

Dass die Stadt Freital den Markt organisiert, daran will Gliemann nichts ändern. „Dadurch können die Mieten für die Händler niedrig gehalten werden.“ Im Vergleich zu Dresden oder Pirna seien die Kosten für die Standbetreiber in Freital viel niedriger. „Wir zahlen deutlich weniger Miete, aber wir machen auch deutlich weniger Umsatz“, so Gliemann. Beim Glühwein rechne er in Litern, in Dresden werde in Hektolitern kalkuliert. Außerdem kann sich Gliemann nicht vorstellen, den Schlossadvent an einem dritten Wochenende statt – wie bislang – nur an zwei Wochenenden zu öffnen. „Das würde nur zu zusätzlichen Kosten für die Stadt führen.“

Der Unternehmer will stattdessen an zwei Hebeln ansetzen. Zum einen könnte eine überschaubare Zahl an Buden hinzukommen. „Den Schmied könnte man am Parkplatz in die Nähe der Bergbauschauanlage ansiedeln. Das würde auch thematisch passen“, so Gliemann. Hinzu könnte ein Stand für erzgebirgische Volkskunst kommen. Auf dem eigentlichen Weihnachtsmarkt im Schlosshof wäre dann mehr Platz – vielleicht für den einen oder anderen zusätzlichen Süßigkeitenstand. Außerdem schlägt Gliemann vor, am Schloss Burgk ein Winterdorf für Jugendliche mit eigener Bühne einzurichten. „Dort könnte es heiße Cocktails statt Glühwein geben.“

Um mehr Besucher und zahlende Kunden anzulocken, kann sich Gliemann auch eine Schlittschuhbahn auf dem Schlossparkplatz vorstellen. „Die Eisbahn im Hains ist gut ausgelastet“, sagt er. „Die Nachfrage ist da.“ Eventuell könnten die Technischen Werke, die auch das Hains betreiben, die Eisbahn führen.

Zum anderen macht sich der Gastronom dafür stark, dass die Händler künftig jeweils schon am Freitagabend ihre Stände öffnen dürfen. Am ersten Wochenende soll der Markt dann trotzdem erst am Sonnabend offiziell eröffnet werden. „Ich denke, das würden die Leute gut annehmen.“ Außerdem wünscht sich Gliemann, dass die Buden jeweils länger geöffnet haben. Statt nur bis 19 Uhr soll jeweils bis 21 Uhr Glühwein und Punsch ausgeschenkt werden. „Damit könnten die Händler mehr Umsatz machen und die Stadt könnte die Miete ein bisschen anheben“, so Gliemann.

Im vergangenen Advent hat sich der 58-Jährige schon einmal bei anderen Standbetreibern umgehört. „Es waren alle dafür, bis 21 Uhr zu öffnen.“

Zusammen mit seiner Fraktion will Gliemann nun einen Antrag im Stadtrat formulieren. Damit soll das Rathaus beauftragt werden, den Schlossadvent zu erweitern und zugleich die Kosten dafür zu senken. Stimmt der Stadtrat dem Antrag zu, könnten die neuen Ideen schon zur nächsten Ausgabe in diesem Jahr umgesetzt werden. Gliemann will möglichst viele Menschen an diesem Prozess beteiligen. „Wir sind für Ideen offen.“ Kommentar