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Weinböhla lässt seine Randalierer schuften

Konflikt. Nach vielen mahnenden Worten greift die Gemeinde jetzt durch und verhängt Strafen gegen Vandalen.

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Von Torsten Oelsner

Es ist so eine Art Neuauflage des alten Spieles Räuber und Gendarm. Jugendliche, zumeist im Alter zwischen 14 bis 20 Jahren, versammeln sich abends an Orten, wo man gesehen wird. Dort wird geschwatzt, geraucht, getrunken und später wird es lauter. Anwohner beschweren sich, die Polizei rückt an und macht „Du, Du“. Und am nächsten Tag: die selbe Prozedur.

Auch in Weinböhla ging das bisher eine ganze Weile so. Brennpunkte waren der Kirchplatz, die Südstraße und die Gegend um die Gleisschleife der Straßenbahn. Doch gerade das kleine Weinböhla zeigt wieder einmal: Es geht auch anders. Gemeindeverwaltung und Polizei waren sich einig, dass der berühmte Wink mit dem Finger bei den Jugendlichen nur Lachen auslöst. Und zu weiterem Treiben reizt. Also setzten sich die Verantwortlichen zusammen und beschlossen durchzugreifen.

Denn auch die bestehenden Gesetze bieten ausreichende Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass nachts ab 22 Uhr kein Gegröle angetrunkener Jugendlicher durchs Dorf hallt. An den folgenden Abenden war dann nur der Vorspann des Programms der alte. Die Polizei rückte an und notierte Namen und Adresse. Dabei wurde in zwei Kategorien unterteilt. Bei den unter 16 Jahre alten Jugendlichen wurden die Eltern angeschrieben. Denen wurde mitgeteilt, dass ihr Sohn oder ihre Tochter zu der und der Zeit von einer Polizeikontrolle gestellt wurde als sie gelärmt und Alkohol getrunken hatten.

Beigefügt ein Verwarngeldbescheid über 25 Euro. Bei den über 16-Jährigen waren es 35 Euro. Neun dieser Verfahren wurden bereits abgeschlossen, so Weinböhlas Ordnungsamtsleiter Hannes Zschippang. Drei Angeschriebene meldeten sich und gaben an, das Geld nicht bezahlen zu können. Auch diesen Fall hatte die Gemeinde einkalkuliert und Vorsorge getroffen. Zu einem Verrechnungssatz von 2,50 Euro je Stunde wurden diese Jugendlichen in eine Reinigungskolonne des Stadtbauhofes integriert und konnten so tageweise unter Anleitung für Sauberkeit in ihrem Heimatdorf sorgen.

Der Erfolg der Maßnahme sei spürbar, heißt es bei Polizei und Gemeinde. Offenbar habe es sich schlagartig herumgesprochen, dass in Weinböhla Ernst gemacht wird und ein Loch im Taschengeldetat oder der Zwangsdienst mit Schaufel und Besen drohen.

„In den letzten Tagen haben wir keine Beschwerden mehr von unseren Brennpunkten bekommen“, freut sich Hannes Zschippang.