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Weinjahr: Schlechter Start, gutes Ende?

Das Deutsche Weininstitut gibt eine erste Prognose für die diesjährige Lese.

Ein Eimer mit den ersten Trauben der Sorte Solaris steht im Staatsweingut Schloss Wackerbarth.
Ein Eimer mit den ersten Trauben der Sorte Solaris steht im Staatsweingut Schloss Wackerbarth. © Archifvoto: Jan Woitas/dpa

Elbland. Nachdem die Lese für den Federweißen und für Sektgrundweine bereits in vollem Gange ist, beginnt nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) aus Bodenheim in Rheinland-Pfalz in diesen Tagen in vielen Weinregionen die Traubenlese für die Weinbereitung.

Den Auftakt setzen alljährlich Sorten wie Frühburgunder, Sauvignon Blanc oder der im Anbaugebiet Sachsen weit verbreitete Müller-Thurgau und Goldriesling. Spätreifende Rebsorten wie der Riesling werden voraussichtlich je nach Anbaugebiet erst Mitte bis Ende September lesereif.

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Zum Hauptlesestart kommt den Winzern die aktuelle und prognostizierte Witterung mit warmen Herbsttagen und kühlen Nächten sehr entgegen, da diese die Aromaausbildung in den Trauben fördert. Die rasante Reifeentwicklung der letzten Wochen hat sich dadurch ebenfalls etwas verlangsamt und schreitet nun in einem moderateren Tempo fort, was die Weinlese etwas entspannter ablaufen lässt. Sehr positiv stimmt die Erzeuger zudem der gute Gesundheitszustand der Trauben. Gepaart mit der vollen Traubenreife lässt der 2020er Jahrgang auf fruchtbetonte Weißweine und farbintensive Rotweine hoffen.

Auch wenn der Traubenbehang in den Weinbergen in diesem Jahr sehr zufriedenstellend ist, könnte die Ertragssituation sehr unterschiedlich sein. In Franken, Saale-Unstrut und Sachsen haben Spätfröste die zu erwartenden Erträge um bis zu 30 Prozent reduziert. Teilweise gab es auch Hagelschläge, die, zwar lokal begrenzt, bei den betroffenen Erzeugern dennoch für erhebliche Schäden gesorgt haben. Auch weit verbreitete Sonnenbrandschäden an den Trauben wirken sich ertragsmindernd aus.

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Eine erste vorsichtige bundesweite Ertragsschätzung geht von einer Erntemenge aus, die sich mit rund neun Millionen Hektolitern in etwa auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels bewegen wird. Eine genauere Prognose wird erst in einigen Wochen möglich sein, wenn die Lese weiter fortgeschritten ist. (SZ)

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