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Weiße Segel auf dem Geierswalder See

Nach anfänglich schwachem Wind herrschten später herrliches Regattawetter und beste Stimmung unter den Sportlern.

Lina kurz vor einem Wendemanöver. Man sieht, dass beim Segeln Geschicklichkeit und Kraft gefragt sind.
Lina kurz vor einem Wendemanöver. Man sieht, dass beim Segeln Geschicklichkeit und Kraft gefragt sind. © Foto: Christine Primpke

Von Christine Primpke

Geierswalde. Vergangenes Wochenende sollte eigentlich auf dem Geierswalder See die traditionelle Kinder- und Jugendregatta „Goldener Geier“ stattfinden. In der aktuellen Corona-Situation sind aber keine sportlichen Großveranstaltungen möglich. In den Vorjahren waren bei dieser Jugendregatta immer etwa 50 bis 60 Boote am Start und rund 200 Sportler ins Wettkampfgeschehen involviert. Trotz des großen Areals, über das der gastgebenden 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland (WSVLS) verfügt, wären die aktuellen Vorgaben zu Lande nicht zu meistern gewesen. So entschlossen sich die Vereinsmitglieder, eine kleinere Regatta bei strikter Einhaltung der Abstands- und Hygienebestimmungen zu organisieren. Ohne Zuschauer, versteht sich. Alle Sportler waren froh, überhaupt wieder aufs Wasser zu dürfen.

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Pünktlich zum „Tag des Seefahrers“ gingen 22 Boote an den Start. Dabei waren die Bootsklassen Optimist (6x), Cadet (1x), 420er (4x) und elf Dickschiffe vertreten. Zu den Dickschiffen gehören Segeljachten unterschiedlicher Hersteller. Die Besatzung besteht aus bis zu vier Personen. Unter den teilnehmenden Booten war unter anderem auch ein 20er Jollenkreuzer.

Es wurden insgesamt drei Wettfahrten ausgetragen. Nach anfänglich schwachem Wind verbesserte sich in den frühen Nachmittagstunden das Segelwetter. Überwiegend weiße, aber auch farbige Segel trotzten den unterschiedlichen Windstärken. Auf den Wellen zeigten sich Schaumkronen. Es herrschte herrliches Regattawetter und unter den Seglern beste Stimmung.

Beim Nachwuchs waren sechs Boote der Klasse Optimist im Rennen. Auch Kinder vom Nachbarverein aus Klein Partwitz segelten mit. „Es zählt jede Trainingseinheit“, erklärte Jugendtrainerin Christl Hülß. „So entschlossen wir uns, die Partwitzer Jugend mit einzuladen.“ Um eine gewisse Chancengleichheit für alle Bootsklassen einzuräumen, organisierte man für die Optis einen verkürzten Kurs. „Es sind schon harte Bedingungen, wenn die Kinder und Jugendlichen vier bis sechs Stunden auf dem Wasser bleiben müssen“, so die Einschätzung von Wettfahrtsleiter Jörg Alteit. Mit wachsamen Auge verfolgte er das Geschehen auf dem See, insbesondere auch das exakte Umfahren der Bojen.

Seit Mitte Mai 2020 führt Jugendtrainerin Christl Hülß wieder jeden Freitag ab 16 Uhr am Vereinszentrum Training durch. Auch hier sind die Abstands- und Hygienebestimmungen einzuhalten. Christl Hülß freut sich, dass Paulina Struthoff ihre umfangreichen Erfahrungen im Segeln an die Jüngsten weitergibt. Bei der ersten Trainingseinheit, die kürzlich stattgefunden hat, gab es glänzende Kinderaugen. Paulina selber hat es auch viel Spaß gemacht.

Insgesamt wird die Jugendarbeit auch im Jahr 2020 fortgesetzt, blickt Christl Hülß voraus. Die Abteilung wächst stetig. Zwar gibt es Abgänge von Sportlern aufgrund von Ausbildung oder Studium. „Aber es gibt immer wieder segelbegeisterte Kinder.“ Wer Interesse an diesem Wassersport verspürt, der sollte sich einfach mal zu einem Schnupperkurs anmelden. Voraussetzung ist die Schwimmstufe „Seepferdchen“. Schon Kinder der 1. bis 2. Klasse sind willkommen. „Einfach angucken, zuschauen und mitmachen“, sagt Christl Hülß.

Die zehnjährige Lina zum Beispiel hat 2016 einen Schnupperkurs besucht und im Jahr 2017 den Jüngsten-Segelschein gemacht. Ihre Schwester Saskia hat sie für das Segeln begeistert. Linas größter Wunsch ist es, in einer Doppelbesatzung mit ihrer Schwester die nächst höhere Bootsklasse zu fahren. Ihre Jugendtrainerin schmunzelt, als sie das hört. „Durchaus möglich, wenn in etwa zwei Jahren bei entsprechendem Training das Segeln gefestigt und perfektioniert ist.“ Dann käme ein Umstieg vom Opti-Einsteiger in die Bootsklasse „420er“ mit seiner Zweier-Besatzung infrage. Es sei alles möglich. „Mit viel Übung, Ausdauer, Geschicklichkeit, Teamgeist, Disziplin und fleißiges Trainieren – so kommt man seinen Wünschen näher.“

In dieser Saison sind auf dem Geierswalder See noch zwei bis drei solche Regatten wie am Wochenende geplant. Ob auch die Inklusionsregatta „Wir sind Wir“ im August stattfinden kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Auf alle Fälle soll im Oktober 2020 die Mitteldeutsche Vereinsmeisterschaft durchgeführt werden.

„Es war schön, dass wir wieder eine Regatta fahren konnten, weil das bisher durch die Corona-Beschränkungen nicht möglich war. Alle Teilnehmer waren froh und sehr dankbar, dass sie wieder mal segeln konnten“, resümierte Hagen Busch, der 2. Vorsitzende des 1. WSVLS, nach dem jüngsten Segelsport-Wochenende.

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