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Weißenberg will mehr Geld fürs Museum geben

Die Pfefferküchlerei erhält nur dank der Zusammenarbeit mit Pulsnitz Geld vom Kulturraum. Doch das reicht nicht aus.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Weißenberg. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Andreas Eßlinger, nicht nur Kämmerer bei der Stadt Weißenberg, sondern auch im Vorstand des Vereins für das Museum Alte Pfefferküchlerei, war sich sicher, mehr Geld fürs Museum zu bekommen. Hintergrund ist, dass es eine Kooperation mit der Kultur- und Tourismusgesellschaft in Pulsnitz geben wird, die ebenfalls ein Pfefferkuchenmuseum betreibt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Förderung aus dem Kulturraum bleibt auf 11 000 Euro begrenzt. Nun ist die Stadt gefragt, die sich eindeutig zu ihrem Museum bekannt hat. Auf der jüngsten Stadtratssitzung wurde das Thema diskutiert. Mit der neuen Förderrichtlinie, die der Kulturraum beschlossen hat, wurde gefordert, dass es eine museale Fachkraft geben muss. Die hat das Museum jetzt gefunden, doch sie muss ja auch bezahlt werden. Der Mitarbeiter, der für 25 Stunden in der Woche für Weißenberg und Pulsnitz arbeitet, fängt in der nächsten Woche zu arbeiten an. – Der Wunsch des Kulturraums ist dabei vor allem, das Niveau der fachlichen Arbeit wieder zu steigern. Es geht um Digitalisierung, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit. „Die Vereinsmitglieder sind im Ehrenamt dort an ihre Grenzen gestoßen. Das ist nicht mehr zu leisten“, sagt Andreas Eßlinger. Und gibt zu, dass man in der Beziehung einfach hinterherhinkt. In der Stadtratssitzung wurde dann deutlich erklärt, was von der Stadt erwartet wird. Sie muss sich wieder stärker an der Finanzierung beteiligen. Bisher sind es 24 000 Euro im Jahr, die im Haushalt der Stadt für die Kofinanzierung der Kulturraummittel und einem freiwilligen Zuschuss eingestellt sind. Mit der neuen Konstellation würde ab 2019 im Wirtschaftsplan des Museums etwa 28 000 bis 30 000 Euro gebraucht. Die fehlende Summe sollte dann bei der nächsten Haushaltsplanung berücksichtigt werden.

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Mit der neuen Fachkraft hoffen die Weißenberger nun auch auf einen neuen Impuls. Deshalb entstand zum Beispiel die Idee, die Tourismusinformation deutlich sichtbar dort einzubringen. „Das muss natürlich getrennt vom Museumsbetrieb sein“, sagt Eßlinger. Doch die Idee gefällt den Stadträten. „Vielleicht könnten wir die Touristinformation dann als Dienstleistung ausgliedern“, denkt Stadtrat Sven Tschipke weiter. Doch das geht Bürgermeister Jürgen Arlt dann zu weit. „Dafür müssen wir ja erst einmal konzeptionell etwas vorbereiten“, sagt er. Und betont noch einmal, dass die Stadt mit diesem Kleinod Pfefferküchlerei punkten muss. Wenn das mit den vorgesehenen Finanzen nicht klappt, muss die Stadt sich wieder mehr einbringen. Er verglich das Vorhaben mit der Gemeindebibliothek Königswartha. „Das ist auch keine Pflichtaufgabe, doch die Gemeinde schultert das Angebot und stellt 30 000 Euro bereit“, sagt Jürgen Arlt nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Swen Nowotny.

Nicht enthalten im neuen Konzept in Zusammenarbeit mit Pulsnitz sind das sogenannte Pilgerhäusel und die Alte Kirchschule. Während das Pilgerhäusel sowieso nicht der Stadt gehört und später privat betrieben werden soll, stagniert das Vorhaben Alte Kirchschule. Die gehört dem Förderverein des Museums. Es gibt weder Strom noch Wasser. „Hier müssen wir weiter auf die Spendenbereitschaft hoffen“, sagt Andreas Eßlinger. Und Jürgen Arlt glaubt, dass für konkrete Projekte eher Geld gegeben wird. Mit den Spenden als Eigenanteil können auch wieder Fördermittel beantragt werden.