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Weißer Nebel aus dem Flugzeugbauch

Kalk. Thomas Röder, Vizechef des Forstamts Bad Gottleuba, über Methoden, Waldschäden zu beseitigen.

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Ab Montag beginnt im Forstamtsbereich Bad Gottleuba die Waldkalkung. Warum?

Damit wollen wir durch den sauren Regen verursachte Waldschäden kompensieren und reduzieren. Ziel ist es, den Bodenzustand zu verbessern und die Gesundheit des Waldes insgesamt zu stabilisieren. Die Arbeiten dauern bis zum Oktober.

Wo findet der Einsatz statt?

Haupteinsatzgebiete sind die in der Vergangenheit durch Luftschadstoffe schwer geschädigten Nadelbaumstandorte südlich der Linie Langenhennersdorf–Schlottwitz in einer Höhe über 300 Meter.

Wird flächendeckend gekalkt?

Gemäß den Vorschriften sparen wir Flächen in Naturschutzgebieten und Wälder auf empfindlichen Feuchtstandorten von den Arbeiten aus.

Woher wissen Sie, welche Flächen ausgespart werden?

Das Landesforstpräsidium in Graupa hat mit Hochdruck in den vergangenen Tagen daran gearbeitet, computergestützte Geoinformationen bereitzustellen. Das ist wichtig, damit wir den Kalk flächengenau verstreuen können. Außerdem zeigen uns diese Informationen, über welchen Arealen, beispielsweise Flächennaturdenkmale, der Flugzeugcomputer die Auswurfklappe schließen muss.

Spielt es bei den Arbeiten eine Rolle, wem die Wälder gehören?

Wir kalken sowohl Staatswälder als auch private Waldflächen.

Wer finanziert das Projekt?

Die Gelder für das Vorhaben stammen teilweise aus Töpfen der Europäischen Union sowie des Freistaates Sachsen.

Entstehen den Eigentümern durch das Kalken Kosten?

Nein, sowohl die privaten als auch die kommunalen Eigentümer müssen dafür nichts bezahlen.

Wie viel Kalk ist nötig, um den gewünschten Erfolg zu erzielen?

Im Verlauf des Einsatzes werden rund 18 000 Tonnen Kalk angeliefert, mit denen wir rund 5 300 Hektar Waldfläche abdecken wollen.

In welchem Verhältnis?

Je Hektar werden rund 3,5 Tonnen Kalk ausgebracht.

In welchem Abstand muss so ein Vorhaben wiederholt werden?

Nach mittlerweile acht Jahren kalken wir die Fläche zwischen Langenhennersdorf und Schlottwitz nun zum zweiten Mal.

Wie wird der Kalk über den Wald verteilt?

In erster Linie wird der Kalk durch Agrarflugzeuge vom Typ M 18 über den angegebenen Flächen verstreut. In schwierigem Gelände kommen auch Hubschrauber zum Einsatz.

Wo starten die Fluggeräte?

Der Start der Flugzeuge von den Flugplätzen zwischen Ottendorf und Cotta sowie bei Hellendorf nahe der tschechischen Grenze wird derzeit vorbereitet.

Können Waldfrüchte trotz des Kalks gegessen werden?

Ja. Das Kalkgemisch ist unschädlich. Man sollte Beeren und Früchte nur gründlich waschen, dann sind sie auch genießbar. Leider wird es sich während des Kalkens nicht immer vermeiden lassen, dass Staub und Motorengeräusche die Ausflügler beeinträchtigen. Wir bitten dafür um Verständnis.

Das Gespräch führte Thomas Möckel.