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Weißeritzkreisjugendring muss Leute entlassen

Sylvia Dreßler wollte kämpfen. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte die Mittel für ihren Verein, den Weißeritz-Kreisjugendring (WKJR), für das nächste Jahr vorläufig auf null Euro gesetzt. Am Dienstagabend...

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Von Sebastian Schöbel

Sylvia Dreßler wollte kämpfen. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte die Mittel für ihren Verein, den Weißeritz-Kreisjugendring (WKJR), für das nächste Jahr vorläufig auf null Euro gesetzt. Am Dienstagabend wollte Dreßler den Ausschuss im Freitaler Landratsamt davon überzeugen, dem WKJR doch noch Mittel zur Verfügung zu stellen. Statt der geplanten rund 67 000 Euro sollten es jetzt nur noch etwa 50 000 Euro sein.

„Ohne die Mittel stehen wir vor dem Aus“, sagte Dreßler gleich am Anfang der Beratung des Jugendhilfeausschusses am Dienstagabend. Im Kreisjugendring sind derzeit 21 Jugendgruppen und -vereine organisiert. Man betreibe viel Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit. Besonders sei man bemüht, die ehrenamtliche Arbeit unter den Jugendlichen zu fördern.

Im Verein hätte man Einsparungen getroffen, so Dreßler, und einige geplante Projekte, wie zum Beispiel ein Nachschlagewerk, das alle Freizeitmöglichkeiten im Weißeritzkreis auflistet, gestrichen. Trotzdem brauche man noch etwa 50 000 Euro vom Landkreis, um durch das nächste Jahr zu kommen.

Beschlossen wird das Budget 2004

Im Ausschuss, der im nächsten Jahr Einsparungen von 125 000 Euro durchsetzen muss, herrschte nach der Anhörung die Meinung, dass es höchstwahrscheinlich zu keiner maßgeblichen Änderung im vorgesehen Budgetplan kommen werde. Beschlossen würde aber erst Anfang 2004.

„So lange können wir nicht warten. Da die Entscheidung erst nächstes Jahr fällt, müssen wir jetzt definitiv unser Personal kündigen. Wir können die Arbeitsverträge nicht einfach verlängern, ohne zu wissen, ob wir das Geld nun bekommen oder nicht“, sagt WKJR-Vorstand Jürgen Grimme.

Auch für die integrierte Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diakonie Dippoldiswalde sieht es nach der Anhörung durch den Ausschuss weiterhin schlecht aus. Anstatt der beantragten 27 000 Euro soll auch sie nächstes Jahr keinen einzigen Cent erhalten.

Vor dem Ausschuss bekräftigten Mitarbeiter der Diakonie, dass die integrierte Beratung ohne Finanzierung des Kreises nicht möglich sei. Im übrigen wäre die Nachfrage sehr groß.

Vom Ausschuss kam die Empfehlung, da die Finanzierung des Teils Ehe- und Lebensberatung Aufgabe des Gesundheitsamtes wäre, sollte sich das Diakonische Werk andere Fördermöglichkeiten erschließenDie Mitarbeiter des ebenfalls leer ausgegangenen Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienstes waren als letztes an der Reihe, sich vor dem Ausschuss zu präsentieren. Auch ihnen legte der Ausschuss nahe, sich um alternative Fördermöglichkeiten zu kümmern. Die Empfehlungen des Ausschusses an den Kreistag werden sich, zumindest angesichts der Sitzung am Dienstag, wahrscheinlich nicht wesentlich ändern.