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Weißkeißels Bürgern stinkt es

Überall im Ort liegen Hundekothaufen. Darunter leiden die Einwohner und die Gemeindemitarbeiter.

Statt auf Hunde-WC‘s setzt Weißkeißel auf die Pflichten der Halter.
Statt auf Hunde-WC‘s setzt Weißkeißel auf die Pflichten der Halter. © Sabine Larbig

Wenn Henri Hänchen und Ronny Scholz im Ort Gras mähen müssen, haben sie die Nase voll: Ärger und Gestank. „Wenn wir an Gehwegen, Gräben, Laternen, Hydranten, Verkehrsschildern, im Freizeitpark, beim Dorfgemeinschaftshaus oder anderswo Gras mähen oder mit dem Rasentrimmer beseitigen müssen, können wir den vielen Hundekothaufen gar nicht ausweichen. Alles ist voll damit. Und wenn wir mit unserer Arbeit fertig sind, sind Maschinen, Schuhe und Arbeitshosen voller stinkendem Kot, muss alles gereinigt werden. Die Hose kannst Du, gerade nach der ersten Mahd, sogar gleich wegschmeißen“, erzählt Bauhofmitarbeiter Henri Hänchen aufgebracht im Gemeinderat. Seit fast 30 Jahren ist er Gemeindearbeiter. Doch so schlimm wie seit einiger Zeit, sagt er, sei es noch nie gewesen.

Die klebrig-stinkenden Hundehaufen belästigen und nerven auch Anwohner, nicht nur entlang beliebter „Gassi-Touren“, sowie Besucher des Freizeitparks, den Bus und örtliche Wartehäuschen nutzende Bürger sowie örtliche Landwirte. Weißkeißel will deshalb in Sachen „Tretminen“ hart durchgreifen. Auch, weil der Trend zum Zweit- und Dritthund im Ort unverkennbar sei, begründete Bürgermeister Andreas Lysk. „Wir gönnen den Leuten die Freude an ihren Tieren. Aber Hunde dürfen nicht zur Belastung für die ganze Gemeinde werden. Gerne laden wir alle Hundebesitzer mal zum Mähen ein, damit sie erleben, wie eklig das ist“, erklärte Andreas Lysk jüngst im Gemeinderat. „Als Gemeinde werden wir daher an alle Einwohner einen Brief schreiben, in dem wir das Problem thematisieren, auf Pflichten und, in Auszügen, auf die Polizeiverordnung unseres Ortes verweisen sowie darauf, dass auch landwirtschaftliche Flächen nicht verunreinigt werden dürfen.“ Als weiteren Schritt werde man prüfen lassen, ob Freizeitpark und Platz am Dorfgemeinschaftshaus für Hunde gesperrt werden können.

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Ordungsamt der Stadt soll tätig werden

Des Weiteren wolle man das zuständige Ordnungsamt der Stadt Weißwasser informieren, hinsichtlich der Verunreinigungen des Ortes durch Hundekot tätig zu werden und Kontrollen durchzuführen. Um dies zu ermöglichen, sollen Gemeinde- und Bauhof-Bedienstete in Weißkeißel geschult und somit zum verlängerten Arm der Ordnungsbehörde werden. So, hofft der Bürgermeister, könne man „Täter erwischen“ und gleichzeitig die Steuermarken der Tiere prüfen. Denn laut Polizeiverordnung von Weißkeißel müssen Verunreinigungen durch Tiere vom Halter oder Führer beseitigt werden. Dazu müssen sie geeignete Hilfsmittel mit sich führen und auf Verlangen von Vertretern der Ordnungsbehörde auch vorweisen. Letzteres gelte ebenfalls für Hunde-Steuermarken. Bei Verstößen könnten daher Bußgelder verhängt werden. „Man erzieht die Leute, wenn Geldstrafen drohen“, so Lysk. Angesichts der stetig zunehmenden Zahl der Hunde in der Gemeinde glaube er zudem nicht, dass alle Tiere ordnungsgemäß gemeldet seien und ihre Halter für sie Steuern entrichten. „Aber wie ist Ihre Meinung als Gemeinderäte zur Thematik, zum Schreiben und den geplanten Maßnahmen?“, fragte der Bürgermeister in der öffentlichen Ratssitzung.

„Ich bin dafür. Ich wohne im Hundezentrum, Gebell und Kot sind hier kaum auszuhalten“, meinte Karsten Abraham. Auch Wilfried Noack und die anderen Räte äußerten ihre Unterstützung für die Vorhaben. Gemeinderätin Heike Brandt fragte dennoch nach, ob es überhaupt Hundekotbeutel-Spender im Ort gäbe. „Nein, dafür geben wir keine Gemeinde- und Steuergelder aus. Die Leute wissen, dass sie Gassi gehen und ihr Hund einen Haufen macht. Sie können daher einen Beutel mitnehmen“, entgegnete Bürgermeister Lysk.

Absage an Tütenspender & Co.

Auch gegen den Vorschlag von Ronald Müksch, dass Weißkeißel ja Hundesteuer einnehme und dafür Tütenspender und Papierkörbe im Ort aufstellen könnte, ist Lysk. „In anderen Orten funktioniert es auch, dass die Leute Tüten mitbringen und sie zuhause entsorgen. Wir sind auf dem Lande. Wer soll Spender und Körbe befüllen und entsorgen?“ Schützenhilfe erhielt der Bürgermeister von Rätin Susanne Walschek und Henri Hänchen. „Wenn wir Papierkörbe aufstellen, ist sofort Haushaltsmüll drin“, mahnte Walschek. „Wir hatten das Problem schon einmal. Damals betraf es die vermüllten Papierkörbe an den Bushaltestellen. Seit sie weg sind, ist das Problem weg“, erklärte Henri Hänchen.

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