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Weißrussen besuchen Demokratie

Hilfe. Couragepreisträger Oleg Woltschek ziehtBilanz seines drittenRadebeul-Besuches.

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Von Ulfrid Kleinert

Radebeul. Eine weißrussische Delegation mit dem Juristen der weißrussischen Opposition und ersten Radebeuler Couragepreisträger Oleg Woltschek aus Minsk hat vorige Woche Radebeul besucht. Vor der Heimreise sprachen die Teilnehmer über ihre Besuche im Dresdner Strafvollzug, im Amts- und Landgericht, beim Landtag und bei der Polizei.

Rechtssystem überzeugte

Das deutsche Rechtssystem habe sie überzeugt, sagt der Minsker Verfassungsrechtler Mikhail Pastukhov. Besonders gut sei das Gerichtsverfahrenssystem, das die Unabhängigkeit der Gerichte und der Richter sicherstelle. Entscheidendes Fundament sei eine Gewaltenteilung, die so funktioniert wie in Deutschland, sagt ein anderes Delegationsmitglied. Als erfreulich wurde auch vermerkt, dass hierzulande die Bürger von der Polizei geschützt werden, nicht vor ihr zu schützen sind.

Unverkennbar war, dass die Delegationsmitglieder mit ihrem Besuch in Radebeul ein schwer einzuschätzendes Risiko eingehen. Ihr Mut sei zugleich als Ausdruck ihrer Hoffnung zu verstehen. Man könne sich vorstellen, in Zukunft nicht nur aus Deutschland zu lernen, sondern mit Radebeul und Dresden zusammenzuarbeiten.

Oleg Woltschek nannte Radebeul ein Stück Heimat, in die er nun zum dritten Mal gekommen sei und die er seinen Freunden habe zeigen können. Das Radebeuler Seminar, das von der Friedrich-Ebert-Stiftung mitfinanziert wurde, bedeute eine wichtige Hilfe für ihre Arbeit in Weißrussland.

Gegenbesuch im Juli geplant

Für die Mitglieder des Couragepreis-Vereins nannte Friedrich-Wilhelm Junge die Bilanzierung des Besuchs durch die weißrussischen Gäste einen wichtigen Blick von außen. Gegenüber den existenziellen Nöten in Weißrussland seien unsere Probleme ganz klein.

Ein Gegenbesuch von Radebeulern in Minsk, zu dem herzlich eingeladen wurde, soll auf der nächsten Mitgliederversammlung am 19. April im Gemeindehaus der Friedenskirche geplant werden. Als Termin wird Anfang Juli vorgeschlagen.