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Weißwasser gibt Flächen an Häuslebauer ab

Der Preis ist niedriger als gedacht. Kleingartenpächter müssen weichen. Trotzdem werden drei Grundstücke entlang der Jahnstraße verkauft.

Drei Grundstücke an der Jahnstraße will die Stadt an potenzielle Bauherren verkaufen.
Drei Grundstücke an der Jahnstraße will die Stadt an potenzielle Bauherren verkaufen. © Foto: pixabay

Von Sabine Larbig

Weißwasser. In den letzten Monaten hat Weißwasser viele Grundstücke ausgeschrieben, darunter auch Bauland. Angebote gab es immer. Nicht immer entsprachen die Verkaufspreise den möglichen Erlösen. Doch Weißwasser zieht weniger Geld brachliegenden Flächen und somit gar keinem Geld vor. 

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Ähnlich war es kürzlich, als der Stadtrat dem Verkauf von rund 1 500 Quadratmetern Fläche an eine Familie aus Mulkwitz zustimmte. Die Fläche liegt im B-Plan-Gebiet „Innenstadt II“ entlang der Jahnstraße und soll zur Bebauung für Ein- und Zweifamilienhäuser in drei etwa gleichgroße Parzellen aufgeteilt werden.

Vorteil: Durch die Sanierung der Jahnstraße erfolgten auch alle Medienanschlüsse, so dass das Grundstück in der Ausschreibung als erschlossene Fläche angeboten werden konnte. Die Stadt Weißwasser nimmt dadurch 60 000 Euro zuzüglich aller Nebenkosten und der Grunderwerbssteuer ein.

„Weshalb ist der Kaufpreis dann nur mit 40 statt der möglichen 50 Euro je Quadratmeter festgelegt?“, wollte Stadtrat Hans-Eckhard Rudoba (Linke) wissen. Darauf informierte Bauamtsleiter Thomas Böse, dass der vor Ort geltende Bodenrichtwert angesetzt worden sei.

Was die Fläche betreffe, so Stadtrat Rudoba weiter, so werde sie zum Teil durch Kleingartenpächter genutzt. „Haben Sie Informationen zum Verkauf ? Und wer reißt ab und trägt die Kosten?“, fragte Rudoba. Laut Böse sei nur ein Garten vom Grundstücksverkauf betroffen. Dessen Pächter sei von der Ausschreibung und dem Verkauf informiert worden. „Ihm wurde gekündigt und ich bin bereits gemeinsam mit ihm auf der Suche nach einem anderen geeigneten Objekt“, so Böse weiter. Was den Abriss der Anlage in Vorbereitung der Flächenumnutzung betreffe, so werde die Maßnahme über den Stadtumbau gefördert. „Außerdem weiß jeder Pächter von der Situation und kann sich an der Ausschreibung beteiligen.. Allerdings nicht, um nur seine eigene Fläche zu kaufen. Das widerspricht dem Bebauungsplan.“ Auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch bestätigte, dass alle Pächter wüssten, dass ein B-Plan über dem Gelände liege. Bauamtsleiter Böse verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass man dort seit Jahren mit allen Seiten zu Gange sei. „Es wurden sogar schon 5 Kündigungen ausgesprochen, weil die Gärten verwildert sind und seit drei Jahren am Ziegeleiteich gebaut wird.“

Letztlich stimmte der Stadtrat dem Verkauf einstimmig zu. Auch, weil im Rahmen der Vertragsgestaltung eine Mehrerlösklausel über mindestens zehn Jahre und eine Bauverpflichtung innerhalb drei Jahren einfließen, um sicher zu stellen, dass der Verkaufszweck auch erfüllt wird und keine Spekulationen erfolgen.

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