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Weißwasser setzt Zeichen für Demokratie 

Zu der Kundgebung für ein respektvolles Miteinander auf dem Marktplatz hatten Parteien und Verbände aufgerufen.

Für die musikalische Unterhaltung auf dem Marktplatz sorgten Berufsschullehrerin Konstanze Niemz aus Knappenrode (im Foto), Suzi Bonanox aus Bad Muskau und Bernadette la Hengst aus Berlin.
Für die musikalische Unterhaltung auf dem Marktplatz sorgten Berufsschullehrerin Konstanze Niemz aus Knappenrode (im Foto), Suzi Bonanox aus Bad Muskau und Bernadette la Hengst aus Berlin. © Foto: Joachim Rehle

Weißwasser. Demokratie ist anstrengend, weil viele Ideen den besten Weg suchen. Das sagte Ernst Opitz am Dienstag bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Weißwasser. Der Geschäftsführer des Impuls-Vereins forderte auf, gemeinsam nach einer Verbesserung der Gesellschaft zu streben. 

Er erinnerte an die friedliche Revolution vor 30 Jahren. „Dabei ging es uns nicht um Bananen oder Sachen, die man nur für Westgeld im Intershop bekam“, sagte er. Die Ziele damals seien Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewesen. Dafür müsse man auch jetzt wieder einstehen, wenn eine Partei unter Demokratie 2.0 dafür twittert, die Demokratie zu Ende führen zu müssen. „Diese Scharfmacherei hilft nicht, Probleme sachorientiert zu lösen. Wir lassen uns nicht anstecken von dem Virus, der das Zusammenleben in der Gesellschaft vergiftet“, so Ernst Opitz.

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Auf dem Marktplatz vertreten waren auch die Landtagskandidaten Tilmann Havenstein (CDU), Thomas Baum (SPD), Antonia Mertsching (Linke), Sebastian Grubert (FDP) und Franziska Schubert (Grüne). Zu der Kundgebung für Demokratie, Kultur, Vielfalt und Toleranz hatten die Parteien zusammen mit dem DGB Ostsachsen, der Wählervereinigung Klartext, der evangelischen Kirchengemeinde und mehreren Vereinen eingeladen, um gegen die Wahlveranstaltung der AfD im Lichtsaal der Telux ein Zeichen zu setzen. Schon bei einem Wahlforum am Montag hatten alle Landtagskandidaten deutlich gemacht, mit der AfD nicht zusammenarbeiten zu wollen.

„Wir wollen hierbleiben und die Zukunft gestalten“, war eine Botschaft der Kundgebung auf dem Markt. „Wir müssen mehr positiv über uns reden. Wenn wir das nicht machen, macht es keiner“, hatte OB Torsten Pötzsch (Klartext) bei dem Forum am Montag erklärt und dafür viel Beifall bekommen. Dass es sich lohnt, in Weißwasser zu leben, brachte am Dienstag Bernadette la Hengst in mehreren Liedern rüber. Die Polit-Chanteuse, wie sie sich selbst bezeichnet, wurde dabei vom Chor der Verwandlung unterstützt, der zur Hälfte aus Rückkehrern besteht. Er entstand im Rahmen des Projekts „Modellfall Weißwasser“. An die 300 Besucher applaudierten den Sängern wie auch den Rednern der zweistündigen Veranstaltung. „Den Kopf in den Lausitzer Sand wird keiner stecken. Lassen Sie uns mit Zuversicht, Mut und Kreativität die Stadt voranbringen“, gab Moderatorin Petra Sczesny mit auf den Weg.

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