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Weißwasser und Zary rücken für Stadien zusammen

Die Partnerstädte eint vieles. Auch Problemfelder. Die wollen OB Torsten Pötzsch und Bürgermeisterin Danuta Madej künftig gemeinsam beackern.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

Zurück in die Heimat!

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Weißwasser. Investitionsstau in den Leichtathletikstadien diesseits und jenseits der Neiße: Das Stadion der Kraftwerker könnte eine neue Tartanbahn gebrauchen, der Sportkomplex in Zary ist allgemein in keinem guten Zustand. Aber das soll nicht so bleiben. Gestern kamen Bürgermeisterin Danuta Madej (Zary) und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch bei einem Treffen in Weißwasser überein, beim Ausbau der Stadien zusammenarbeiten zu wollen. Vorgesehen ist eine mittelfristige Lösung, die in den nächsten Jahren realisiert werden soll. Wie Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak deutlich machte, zielen die Partnerstädte mit ihrer Kooperation auf EU-Gelder. Die Stadien sollen ein Teil in dem großen Puzzle der Zusammenarbeit zwischen beiden Partnerstädten werden.

Die Kooperation läuft bereits seit vielen Jahren erfolgreich. Tanzformationen des TSC Kristall aus Weißwasser sind regelmäßig zu Gast beim Tanzfestival in Zary. Kindergärten diesseits und jenseits der Neiße arbeiten zusammen, Schulen, Chöre, Bibliotheken und Vereine. Firmen der Region stellen bei Messen im Nachbarland aus. Demnächst werden der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg-Weißwasser und die Universität der dritten Generation (Zary) ihren Kooperationsvertrag verlängern. Auch die Stadtverwaltungen beider Kommunen sind in der Vergangenheit bereits Kooperationen eingegangen, die beiden Seiten zugutekamen – bei der Sanierung der Jahnstraße etwa. Nun soll diese Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Dabei haben die beiden Kommunen auch die Parks im Visier. Der Stadtpark in Zary hat eine Teilsanierung hinter sich, ist aber nie ganz fertig geworden. In Weißwasser könnten Jahnpark und der geografisch sich anschließende Tierpark von der Zusammenarbeit profitieren. Weitere gemeinsame Investitionsprojekte sind denkbar. „Wir haben vorgedacht“, unterstreicht OB Torsten Pötzsch. Einige Projektideen liegen fertig in der Schublade. Die Fördergelder sollen insbesondere aus dem Kleinprojektefonds über das Förderprogramm Interreg kommen. Die europäische territoriale Zusammenarbeit ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Die Förderperiode hat erst begonnen. Was förderfähig ist, was nicht, ist noch nicht bekannt.

Danuta Madej zeigte sich sehr zufrieden mit dem Treffen. Sie strebe bei aller Kontinuität eine Vertiefung der bisherigen Kontakte an, sagte sie. Madej hat ihr Amt am 8. Dezember angetreten. Sie kommt aus der Woiwodschaftsverwaltung. Begleitet wurde sie von ihrem Stellvertreter Olaf Napiorkowski und Wirtschaftsförderer Ireneusz Brzezinski.

Ursprünglich auf Augenhöhe, hat Zary Weißwasser längst überflügelt. Von den gegenwärtig 38 000 Einwohnern sind geschätzte 1 200 arbeitslos. Genaue Zahlen existieren nur für die Woiwodschaft. Dort liegt die Arbeitslosenquote bei 14 Prozent. In Zary-Stadt fällt sie nach Angaben von Ireneusz Brzezinski deutlich niedriger aus. Zur Stadt gehören zwei weitere Gemeinden. Gemeinsam kommen sie auf eine Gesamtbevölkerung von 50 000 Einwohnern.

Bis die Fördergelder fließen, wollen Weißwasser und Zary nicht warten. Schon bald sollen die Polen beim Sportabzeichen mitmachen. Zusätzlich plant der Stadtsportverband einen großen Familientag für Mai und September.

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