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Weiter Ermittlungen gegen den Partykönig

Das Hauptzollamt sichtet noch die Unterlagen der Großrazzia bei Christian von Canal. Auch die Ex-Mitarbeiter des Dresdner Veranstalters werden befragt.

Christian von Canal
Christian von Canal © Sven Ellger

Bei den Ermittlungen gegen Veranstalter Christian von Canal wegen des Verdachts der Schwarzarbeit hat sich der Vorwurf bisher weder bestätigt, noch konnte er widerlegt werden. Wie Jürgen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilt, hat das Hauptzollamt die Ermittlungen übernommen. Aufgrund der Fülle des Materials sei mit Ergebnissen erst in Monaten oder gar Jahren zu rechnen, sagt Schmidt. Denn neben der Sichtung der Unterlagen mehrerer Unternehmen gehört auch die Befragung der früheren Mitarbeiter dazu.

Mitte Juli hatte es eine Großrazzia bei allen Firmen und in den Privaträumen des 51-Jährigen gegeben. Er soll umfangreich Sozialabgaben für seine Mitarbeiter nicht gezahlt haben. Es geht um einen Schaden von mindestens 470.000 Euro. Von Canal sagte der SZ damals, dass der Grund in seinen Augen eine Rentenversicherungsprüfung für die Jahre 2012 bis 2016 sei. Diese habe ergeben, dass er die immer härter werdenden Vorschriften nicht eingehalten habe und deshalb zwischen 50 und 70 seiner Mitarbeiter als scheinselbstständig galten. Bei dem von der Rentenversicherung geforderten Betrag ging es ihmzufolge um jene 470.000 Euro. Weil er diese nicht zahlen konnte, musste er mit seinem Unternehmen Insolvenz anmelden.

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Eine SZ-Nachfrage bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland hat ergeben, dass die Behörde jedes Jahr rund 35.000 Betriebe prüft. Laut Sprecherin Anne-Kathrin Sturm führt mit rund 78 Prozent der überwiegende Teil der Arbeitgeber ordnungsgemäß Beiträge ab. Und für jene, die sich unsicher sind, führt die Behörde auf Anfrage ein Statusfeststellungsverfahren durch. „Damit kann der Arbeitgeber klären lassen, ob es sich um eine Beschäftigung oder um eine selbstständige Tätigkeit handelt“, sagt Sturm.

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Dass die Staatsanwaltschaft sein Handeln als Schwarzarbeit bezeichnet, findet von Canal eine „bodenlose Frechheit“. Die Prüfungen des Zolls sollen laut seiner Aussage aber keine Auswirkungen auf die Clubs haben. „Ich muss mich mit allen Rechtsmitteln wehren. Weglaufen werde ich mit Sicherheit nicht“, sagte er im Juli. Seine Clubs, wie das Kraftwerk Mitte oder Rosis Amüsierlokal, haben weiterhin geöffnet. Auf Nachfrage erklärt Christian von Canal, dass es von seiner Seite keinen neuen Stand zu dem Verfahren gibt.

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