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Weiterbau der Elbtalstraße verzögert sich

Erst im kommenden Jahr kann das Genehmigungsverfahren starten. Nicht die erste Verschiebung.

Seit Jahren endet die S 84 an der Naundorfer Straße in einer Wiese. An diesem Anblick wird sich so schnell nichts ändern. Erst 2020 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Dann dauert es mindestens anderthalb Jahre bis zur Genehmigung.
Seit Jahren endet die S 84 an der Naundorfer Straße in einer Wiese. An diesem Anblick wird sich so schnell nichts ändern. Erst 2020 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Dann dauert es mindestens anderthalb Jahre bis zur Genehmigung. © Norbert Millauer

Coswig. Die Luft ist noch nicht raus, aber so richtig vorwärts geht es leider auch nicht, sagt Uwe Marschner. Seit 2011 setzt er sich mit der Bürgerinitiative Coswig-Elbaue dafür ein, dass die S 84 zügig weitergebaut wird. Mehr als Briefe schreiben könne man aber nicht. Seit das Teilstück der S 84 bis zur Naundorfer Straße im Juni 2015 freigegeben wurde, ist die Zahl der Fahrzeuge in Kötitz drastisch gestiegen. Mit Beginn des Berufsverkehrs um 5 Uhr morgens könne man nur noch bei geschlossenem Fenster schlafen, sagt Marschner. Und dabei wohne er nicht einmal ganz vorn an der Straße.

Die Belastung werden die Anwohner noch eine Weile aushalten müssen. Erneut verschiebt sich ein möglicher Baubeginn nach hinten. Die Entwurfsplanung liegt zwar geprüft und genehmigt vor. Der Antrag auf Planfeststellung soll aber erst im kommenden Jahr erfolgen, wie die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) auf Anfrage mitteilt. Noch im Herbst hieß es, dass das Genehmigungsverfahren in diesem Jahr beginnen soll.

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„Die Verzögerung ist einerseits zurückzuführen auf nicht abgeschlossene Abstimmungen mit der DB AG hinsichtlich der erforderlichen Eingriffe in Bahnanlagen“, so Lutz Günther von der Deges. Diese Abstimmungen seien für die Erstellung der Planfeststellungsunterlagen erforderlich. Andererseits habe auch die Klärung der künftigen Zuständigkeit im Zuge der Verwaltungsreform einige Zeit in Anspruch genommen.

Der Bund will die Straßenbauverwaltung zentralisieren, Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und Finanzierung von Autobahnen und Bundesstraßen übernehmen. Da musste zunächst geklärt werden, was dann aus der Deges, an der mehrere Bundesländer beteiligt sind, wird. „Die Deges ist und bleibt bis auf Weiteres zuständig für die S 84“, teilt Lutz Günther mit. Ein Wechsel der Zuständigkeiten hätte vermutlich zu jahrelangem Stillstand geführt.

Denn schon 2014 wechselten die Zuständigkeiten. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das die ersten Teilabschnitte der Elbtalstraße geplant hatte, gab alle Unterlagen an die Deges ab. Zwei bis drei Jahre Verzögerung brachte das.

Coswig ist unterdessen vorbereitet auf die neue Elbtalstraße. Die Stadt bereitet sich seit Jahren vor, macht ihr Straßennetz fit. Die Industrie- und die Elbgaustraße wurden grundhaft ausgebaut, der Bauhof wird verlegt, weil die Trasse über das Gelände führen soll.

Wie lange so ein Planfeststellungsverfahren, mit dem Baurecht geschaffen wird, dauert, kann niemand mit Gewissheit sagen. Erst liegen alle Planungsunterlagen und Gutachten zu Umweltverträglichkeit, Lärmschutz und künftige Verkehrsbelastung öffentlich aus, jeder kann Einsicht nehmen und Stellungnahmen abgeben. 

„Nach unseren Erfahrungen kann das aber nicht unter 18 Monaten abgeschlossen werden“, erklärt Lutz Günther. Wenn alles passt, können die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Mögliche Klagen würden zu weiteren Verzögerungen führen. Da gehen schnell mehrere Jahre ins Land. Betroffen sind vom Bau der restlichen sechs Kilometer Richtung Meißen sehr viele: Privatpersonen, Gewerbetreibende und die Deutsche Bahn.

Im neuen Landesverkehrswegeplan des Freistaates wird die S 83 zwischen Niederwartha und Meißen mit Dringlichkeitsstufe 1 angegeben. Bis 2025 sollten solche Maßnahmen umgesetzt werden. Unterdessen will sich keiner der Beteiligten mehr auf einen möglichen Baubeginn festlegen. Das hänge vom Planfeststellungsverfahren ab, erklärt die Deges. Und so antwortet auch das Ministerium.

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Immer wieder hat sich die Planung der Straße zwischen Coswig und Radebeul verzögert. Ob die S 84 wie geplant fertiggestellt werden kann, ist unklar.

Immerhin: Am Geld sollte es nicht scheitern. Die Kosten für die S 84 sind für beide Bauabschnitte vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bestätigt. Das sind rund 44 Millionen Euro für den Abschnitt zwischen Naundorfer und Dresdner Straße und knapp 41 Millionen Euro für den dritten Abschnitt bis Neusörnewitz/Meißen.

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