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Hoyerswerda

Weiterer Deichabschnitt soll saniert werden

Die Arbeiten im Bereich beidseits der Jenschwitzbrücke werden sich über ungefähr anderthalb Jahre hinziehen.

Ein Angler sitzt
in der Nähe der
Jenschwitzbrücke. Der Deich, den er hier vor sich hat, wird erneuert.
Zur Vorbereitung
weichen schon dieses Jahr vier Gärten (mittig).
Ein Angler sitzt in der Nähe der Jenschwitzbrücke. Der Deich, den er hier vor sich hat, wird erneuert. Zur Vorbereitung weichen schon dieses Jahr vier Gärten (mittig). © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Noch steht in einem der vier Kleingärten nahe der Bahnbrücke über die Schwarze Elster eine Schubkarre. Im Garten daneben findet sich ein Gartentisch samt Stühlen. Doch das Areal ist verwildert. Irgendjemand hat einen alten Fernseher abgeladen. Eine neue Saison wird hier nicht beginnen. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat das Areal erworben. Noch in diesem Jahr werden die Gärten beräumt, berichtete jetzt Klaus Chemnitz im Neuen Rathaus. Er ist beim Büro IWU in Röhrsdorf Ingenieur für Wasserbau.

Die LTV hat das Büro für ein Vorhaben angeheuert, das im Ratssaal gut einem Dutzend Menschen vorgestellt worden ist, die an der Schwarzer Elster im Abschnitt zwischen der Bahnbrücke und Groß Neida Grund und Boden besitzen.

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„Instandsetzung rechter Hochwasserschutzdeich“ stand in der Einladung. Deichsanierung ist in der Stadtregion seit Jahren ein Thema. Doch in diesem Fall ist das Einverständnis diverser Anrainer vonnöten. Es wird Änderungen im Grundbuch geben müssen. Weiter nördlich im Bereich der Stadt und weiter südlich im Bereich Groß Neida hat die LTV die Deiche bereits nach heutigem Standard befestigen lassen.

Die Lücke östlich vom Globus-Markt ist exakt 765 Meter lang und soll nun geschlossen werden. Heißt: Es wird bis auf fünf Meter Tiefe eine Spundwand eingezogen. Liegen alle Genehmigungen rechtzeitig vor, wird es abgesehen von der Beseitigung der Gärten zwischen Oktober und Februar auch Baumfällungen geben. In gut einem Jahr geht es dann am Erlengraben los.

Dieser unterquert nahe Groß Neida mittels einer Druckleitung das Schwarzwasser – und ist marode. Im Rahmen der Deichsanierung wird der sogenannte Düker erneuert. Im Sommer kommenden Jahres folgen Arbeiten der Versorgungsbetriebe. Denn im Deich verläuft eine Trinkwasserleitung, was nach heutigen Regeln des Hochwasserschutzes nicht mehr zugelassen ist. 420 Meter Leitung müssen daher neu beziehungsweise umverlegt werden. Inklusive der Deichertüchtigung, für die laut Klaus Chemnitz unter anderem etwa 8.000 Kubikmeter Erde umzuschichten sind, dauern die Arbeiten rund anderthalb Jahre. Abgeschlossen sein sollen sie im Mai des Jahres 2022. Das Ganze bringt Sperrungen am Hommelmühlenweg mit sich. Ab diesem Oktober und bis zum Ende der Bauzeit wird er im Bereich der Sanierungsarbeiten nicht nutzbar sein.

Dass der Deich seiner Aufgabe im Ernstfall nicht mehr nachkommen kann, war schon 2007 bei Untersuchungen festgestellt worden. Nicht nur haben Baumwurzeln die Standsicherheit in Mitleidenschaft gezogen. Auch Wühlmäuse haben ihren Teil beigetragen. Am Zusammenfluss mit dem Schwarzwasser entspricht zudem die Deichhöhe nicht den heutigen Normen. Und während all diese Unzulänglichkeiten nun beseitigt werden, soll auch etwas für die Renaturierung getan werden. Es gibt nämlich im Sanierungsabschnitt zwei Altarme. Einer davon muss nur entschlammt werden. Der andere aber ist vollständig verlandet. Das Ziel ist diesbezüglich die Wiederherstellung. Und dann, meint Klaus Chemnitz, sei der Deich für die nächsten hundert Jahre fit – mindestens.