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Weixdorfer Haus produziert Energie

Familie Reinhard kommt ganz ohne Gas, Kohle oder andere Brennstoffe aus.

Von Jana Mundus

Wenn die Sonne scheint, klettern bei Alf Reinhard die Zahlenwerte in die Höhe. Nicht nur auf dem Thermometer, sondern auch auf seinem Dachboden. Dort hängt das Modul, das aus dem Gleichstrom, den die Solaranlage auf dem Hausdach produziert, Wechselstrom macht. Sie ist nicht der einzige Energielieferant in dem Haus, das vollkommen ohne Kohle, Gas oder andere Brennstoffe auskommt. Alf Reinhard gab der SZ Einblick in sein Konzept.

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Anfang der 1990er-Jahre, als Dinge wie Solarenergie oder Elektromobilität für viele noch Fremdworte waren, begeistert sich der Weixdorfer bereits für das Thema. Damals beginnt er, Projektwochenenden zu organisieren, lädt Experten ein, bei denen sich jeder über erneuerbare Energien informieren kann. „Es war faszinierend zu sehen, wie die Natur Systeme geschaffen hat, die im Kreislauf schon perfekt funktionieren.“ Sein Trabant ist 1994 das erste Testobjekt. Er lässt ihn damals zum Elektroauto umbauen und verblüfft seitdem immer wieder Passanten. „Den altbekannten Trabi-Mief und das Geräusch des Motors gibt es ja nicht mehr“, fügt er hinzu. Noch heute fährt Reinhard regelmäßig damit, lädt ihn an der Steckdose in der Garage.

Als der Verwaltungsmitarbeiter 1995 mit dem Hausbau in Weixdorf beginnt, setzt er auf die Technik einer Wärmepumpe. Sie nutzt für ihre Prozesse Wärme aus dem Erdreich, heizt bis heute das Haus und sorgt für warmes Wasser. Doch damit nicht genug. Seit 13 Jahren verwendet Familie Reinhard auch Sonnenenergie. Zuerst werden Solarmodule an der Fassade installiert, die sorgen als kleine Vordächer gleichzeitig für das Verschatten der Innenräume. Später kommen ein Solarcarport und die große Anlage auf dem Dach dazu.

Letztere hat die Prognosen komplett übertroffen. „Laut Berechnungen sollte sie im Jahr 7 500 Kilowattstunden Strom erzeugen“, erklärt Alf Reinhard. Der letzte Wert für 2012 lag bei über 9 000. Obwohl das Dach gar nicht nach Süden zeigt. „Wir haben dadurch gelernt, dass auch die Ostrichtung super funktioniert.“

Pro Monat zahlt Alf Reinhard zwar 120 Euro an den Stromanbieter, über 500 Euro bekommt er allerdings für das Einspeisen des produzierten Stroms ins Netz zurück. In zehn Jahren, wenn die Anlage abgezahlt ist, verdient das Haus somit sogar Geld für seine Bewohner.

Alle, die selbst schon über den Einsatz erneuerbarer Energien in ihrem Haushalt nachgedacht haben, ermutigt der Weixdorfer. „Es ist so viel möglich. Wer es will, sollte einfach anfangen.“

www.trabel-dresden.de