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Sachsen

Kulturhauptstadt: Dresden und Zittau sind enttäuscht

Die Vor-Entscheidung ist gefallen: Von den drei sächsischen Kandidaten hat es nur Chemnitz ins Finale geschafft. Dresden und Zittau konnten nicht überzeugen.

"Das tut weh", sagt der Gesichtsausdruck von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kurz nach der Verkündung der Kandidaten auf der Shortlist für die Kulturhauptstadt. Dresden war nicht darunter.
"Das tut weh", sagt der Gesichtsausdruck von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kurz nach der Verkündung der Kandidaten auf der Shortlist für die Kulturhauptstadt. Dresden war nicht darunter. © Sven Ellger

Chemnitz kann weiter auf den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ hoffen und darf im kommenden Jahr ins Finale. Das hat die Jury am Donnerstag in Berlin bekannt gegeben. Zittau und Dresden konnten die Juroren mit ihren Bewerbungen nicht überzeugen. Neben Chemnitz haben es auch Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg auf die „Shortlist“ geschafft. Deutschland darf 2025 neben Slowenien eine der beiden Kulturhauptstädte Europas stellen.

Der Chemnitzer Kulturhauptstadt-Projektleiter weiß, dass sich sein Team in einem starken Wettbewerb behaupten musste. „Wir haben ein gutes und schlüssiges Konzept und sind überzeugt, dass es relevant ist für Europa“, so Ferenc Csák vorab. Im Mittelpunkt der Bewerbung der westsächsischen Stadt stehen Umbrüche, Identitätssuche, der Wandel zur Stadt der Industriekultur. Das Konzept „Aufbrüche – opening minds – creating spaces“ (Bewusstsein weiten - Räume schaffen) sieht vor, dass die Bürger selbst Projekte entwickeln. 

Zittau als östlichster Bewerber der Republik war unter dem Motto „365° Leben“ ins Rennen gegangen. Die Stadt zog einen Bogen zwischen Menschen, Kommunen und Organisationen aus verschiedenen Nationen in der Region, die eine wichtige Nahtstelle für die EU ist. Das Bewerbungsbuch war voller Geschichten, erzählt von einer Familie, die im Dreiländereck mit Polen und Tschechien lebt. Die Zittauer Bewerbung setzte ganz auf die Region. „Sie will zeigen, dass ein vereintes Europa Lebensgrundlage für ganze Landstriche ist“, sagt Kai Grebasch, Projektverantwortlicher Zittau 2025.

Die Dresdner wollten die Jury mit Emotionen und Leidenschaft überzeugen. Mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kunst präsentiert sich die Stadt unter dem Thema „Neue Heimat“. Dabei sollen viel mehr Menschen als bisher am Kulturmachen und -erleben beteiligt werden. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wollte deutlich machen, dass die Dresdner Bewerbung eine europäische Dimension hat. „Viele Dinge, die Dresden bewegen, sind ein Spiegelbild der Entwicklungen, die wir auf dem gesamten Kontinent beobachten.“ (SZ)

Freude in Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg

Neben Chemnitz können sich nun auch  Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg weiterhin Hoffnung auf den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt 2025 machen. Sie schafften es im Auswahlverfahren auf die Shortlist.  Im Herbst 2020 soll dann die Stadt bestimmt werden, die für Deutschland im Jahr 2025 eine der beiden Kulturhauptstädte Europas sein soll. Die zweite Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien.

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) freute sich für Magdeburg: "Toll, ich bin begeistert! Ich beglückwünsche Magdeburg!" Das geradezu wagemutige Motto "Out of the Void - Raus aus der Leere" sei aufgegangen, sagte Robra. Jubel auch in Nürnberg: "Wir freuen uns riesig. Die Entscheidung der Jury beweist, dass wir die Themen und den Slogan der Bewerbung richtig gesetzt haben"», sagte der Leiter des Bewerbungsbüros, Hans-Joachim Wagner. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die Entscheidung ein "tolles Zwischenergebnis"» für Nürnberg. "Das ist jetzt eine große Chance."

Die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) gratulierte Chemnitz zum Sprung in die nächste Bewerbungsrunde. Der Platz auf der Shortlist sei "eine beeindruckende Anerkennung und ein ermutigender Ansporn". Sie wertete auch die leer ausgegangenen Bewerbungen von Dresden und Zittau als Erfolg. Nach dem Ausscheiden Geras zeigte sich Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff ernüchtert. Der Linken-Politiker bedauerte in einem Tweet der Staatskanzlei, dass sich der Mut Geras nicht ausgezahlt habe.

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