SZ +
Merken

Weltkonzern investiert in Riesa Millionen

Trotz Wirtschaftskrise baut Vallourec & Mannesmann Tubes ein Forschungszentrum für Rohrherstellung in Gröba.

Teilen
Folgen

An der Rittergutstraße in Riesa-Gröba baut der weltweit agierende Stahlrohrkonzern Vallourec & Mannesmann Tubes mit Hauptsitz in Boulogne-Billancourt bei Paris ein Forschungszentrum. Es ist nach Standorten in Frankreich, Brasilien und Duisburg die vierte Forschungseinrichtung des Marktführers für nahtlos, warmgefertigte Stahlrohre.

Gestern gab es vor Ort eine Art feierlichen Startschuss für das millionenschwere Projekt mit Vertretern der V&M-Geschäftsführung. In dem neuen Zentrum sollen in Kooperation mit dem Riesaer Verein zur Förderung der Umform- und Produktionstechnik (VFUP) neue Prozesse und Verfahren für das Herstellen nahtloser Rohre getestet werden. Dabei werden industrielle Bedingungen simuliert.

Zwar war der offizielle Forschungsstart gestern, doch erst im Sommer des kommenden Jahres werden die Arbeiten in vollem Umfang in der neuen, 2000 Quadratmeter großen Halle aufgenommen werden.

Läuft der Betrieb dann auf Hochtouren, werden 15 Mitarbeiter beschäftigt sein. Drei sind bereits aktiv. Sie wurden vom VFUP übernommen.

Wie viele Millionen Euro das Forschungszentrum in Riesa genau kosten wird, war von der Konzernleitung gestern nicht zu erfahren. Nur so viel räumte das Unternehmen ein: Es handelt sich um einen zweistelligen Millionenbetrag, der noch nicht ganz feststehe. Eine solche Summe investiert Vallourec & Mannesmann Tubes mit seinen 18200 Mitarbeitern zwischen Mülheim an der Ruhr und Brasilien sonst insgesamt im Jahr für Forschung und Innovation.

Entsprechend wichtig sei also der Bau des Zentrums in Riesa. „Unser Ziel ist es, die Innovationsfrequenz und -zeit zu verkürzen. Das ist heutzutage auf dem Weltmarkt wichtig, Erst recht in den jetzigen Krisentagen“, so die Sprecherin des Unternehmens, Juliane Neubüser.

Noch spüre V&M die Krise eher weniger. Nur im Betrieb Mülheim an der Ruhr, in dem Achsrohre für Lkw gefertigt werden, sind Aufträge zurückgegangen und Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Konzernweit mache die Fertigung für die Autoindustrie aber nur fünf Prozent des Umsatzes aus.

Ulrike Körber