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Weltneuheit aus Lampertswalde

Laminathersteller Kronospan exportiert in 90 Länder. Besonders schick sind Fliesen mit Clicksystem.

Von Susanne Plecher

Gesund und Fit

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Lampertswalde. Ohne Englischkenntnisse kommt man nicht weit. Beim Laminathersteller in Lampertswalde schon gar nicht. „Neben Deutsch ist das unsere zweite Standardsprache“, sagt Markus Oberbauer. Er ist Geschäftsführer der Kronoflooring GmbH, die 2001 als Tochterunternehmen der Kronospan GmbH Lampertswalde gegründet worden ist. Inzwischen fungiert sie mit immerhin 600 Mitarbeitern als Ideenmaschine für den weltweiten Konzern. „Eine Fabrik wie unsere kann nicht nur von ihrer Größe leben, sie braucht auch Innovationskraft“, so Oberbauer.

Manchmal schafft es diese Kraft, dass man der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus ist. Mit Krono Xtreme ist den Lampertswaldern das gelungen. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Fliese, die nicht auf Beton verlegt werden muss, sondern direkt mittels Clicksystem auf den alten Fußboden aufgebracht werden kann. Eine Weltneuheit, die sich selbst für Bäder und Saunas eignet, weil die mineralischen Bodenplatten wasserverträglich und rutschfest sind. Ein Jahr hat die Entwicklung des Produktes gedauert, ein weiteres haben diverse Tests in Anspruch genommen. Auf dem Markt ist es seit 2014. „Allmählich spricht es sich auch bei unseren Kunden herum“, sagt Andreas Kutzner, der direkt neben der Fabrik ein Geschäft für Bodenbeläge betreibt. Es ist ein Schauraum für die Produkte des Laminatherstellers. „Für die Kunden sind die Fliesen unkompliziert verlegen lassen“, sagt er.

Tatsächlich lässt sich hier ein Eindruck gewinnen von der ungeheuren Bandbreite an Optiken und Haptiken, die das Lampertswalder und andere Werke des Konzerns dem Werkstoff verleihen. Es gibt Laminatböden in Steinoptik, in Vintage-Look, als kleinformatige Bodenfliese und in allen denkbaren Holzimitationen. Das Material ist vielgestaltiger als landläufig bekannt. Decken- und Wandpaneele werden hier in unterschiedlichsten Dekoren und mit Strukturen hergestellt, die sich anfassen wie echtes Holz oder tatsächlicher Stein, dafür aber leichter, günstiger und teils belastbarer sind. „Das ist die Echtheit des Imitats“, meint Geschäftsführer Oberbauer.

Das Werk in Lampertswalde agiert nahezu unabhängig von Zulieferern. In vier Schichten werden am Standort alle Holzprodukte und -werkstoffe selbst hergestellt, auch die Harze und Leime werden hier erzeugt. Das hauseigene Labor prüft die Materialien auf Belastbarkeit. Das Einzige, was eingekauft werden muss, sind Holz und Papier. „Dafür greifen wir bevorzugt auf regionale Anbieter zurück, orientieren uns aber am Weltmarkt“, sagt Unternehmenssprecherin Tina Sander. Außerdem besitzt das Unternehmen eigene Wälder in Berlin. Um die Produkte gezielt vermarkten zu können, beschäftigt die Kronoflooring GmbH Menschen mit unterschiedlichsten Sprachkenntnissen. Die Vertriebssachbearbeiter und Verkäufer sprechen Russisch, Tschechisch, Chinesisch, auch Arabisch- und Hebräischkenntnisse gibt es. Insgesamt 14 verschiedene Sprachen werden in den Büros gesprochen, sagt Oberbauer. Für die Vertriebler ist das unerlässlich, schließlich führen sie Geschäftsverbindungen in 90 Länder der Welt. Auch auf den großen Fachmessen in Las Vegas, Shanghai und Hannover sind sie unterwegs. Designscouts spüren weltweit länderspezifische Vorlieben auf. Die Amerikaner stehen auf Schmalstablaminat, in China mag man lange Dielen und überhaupt alles, was das Prädikat „Made in Germany“ trägt. Das ruft auch solcherart Begehrlichkeiten auf den Plan, auf die Unternehmen nur zu gern verzichten.

Mitte Januar erst haben die Anwälte des Konzerns gegen einen chinesischen Laminathersteller eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Konkurrenzunternehmen war auf der Weltleitmesse für Bodenbeläge, der Domotex in Hannover, unter der Bezeichnung Wuxi Kronoloc Decorative Material Co. Ltd aufgetreten. „Krono ist eine geschützte und eingetragene Marke. Wir investieren sehr viel in die Entwicklung unserer Produkte. Plagiatsversuche werden gnadenlos verfolgt“, so Geschäftsführer Markus Oberbauer. Die Unternehmensgruppe hat eine eigene Anwaltskanzlei, die sich um solche Fälle kümmert.

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