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Weltpremiere im Erzgebirge

Erstmals ist ein führerloser Zug über den neuen Mobilfunkstandard 5G gesteuert worden. Der Lokführer sitzt weit weg - vor einem Koffer mit Bildschirm.

Ein Triebwagen des Militär- und Transportunternehmens Thales ist auf einer Testfahrt im Bahnhof Schlettau unterwegs. Der Zug wird über den neuen Mobilfunkstandard 5G ferngesteuert.
Ein Triebwagen des Militär- und Transportunternehmens Thales ist auf einer Testfahrt im Bahnhof Schlettau unterwegs. Der Zug wird über den neuen Mobilfunkstandard 5G ferngesteuert. © Hendrik Schmidt/dpa

Schlettau. Ohne Lokführer, aber nicht autonom: Im Erzgebirge ist erstmals ein Zug mit Fernsteuerung über den neuen Mobilfunkstandard 5G gefahren. Auf der Versuchsstrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg absolvierte der Laborzug "Lucy" am Dienstag am Bahnhof Schlettau eine Aus- und eine Einfahrt. "Es ist weltweit das erste Mal, dass ein Zug teleoperiert über 5G gefahren ist", sagte Sören Claus, Technischer Leiter des Projekts "Smart Rail Connectivity Campus" (SRCC).

Am SRCC in Annaberg-Buchholz forschen unter Leitung der TU Chemnitz rund 120 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zum Bahnverkehr der Zukunft. Unterstützt wird die Forschung von Bund über das Förderprogramm "WIR! - Wandel durch Innovation in der Region" und vom Freistaat Sachsen.

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Für das Forschungsprojekt hatte das Telekommunikationsunternehmen Vodafone kürzlich einen mobilen Gittermast mit zwei 5G-Antennen errichtet. Über Kameras wurde das Signal aus dem Triebwagen zu einem Fahrzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) übertragen. Dort saß der Lokführer an einem ausgelagerten Führerstand - einem Koffer mit Bildschirm und Schaltknöpfen - und steuerte die Fahrt wie bei einer Modelleisenbahn aus der Ferne.

Homeoffice für Zugführer?

"Wir machen hier Forschung, das ist räumlich begrenzt", sagte Vodafones Technischer Leiter Ingo Willimowski. Zugleich betonte er, dass es sich bei den Fahrten des Laborzuges nicht um autonomes Fahren handelt. Autonomes Fahren werde von einem Computer gesteuert, das teleoperierte Fahren funktioniere nur mit einem Triebwagenführer, auch wenn dieser nicht mehr im Zug sitze, erläuterte Willimowski.

Nach Angaben des Konzerns findet die Übertragung der Daten in Echtzeit statt. Am Bahnhof Schlettau beträgt die Frequenz 3,5 Gigahertz und die Reichweite von der Basisstation in zwei Richtungen jeweils 500 Meter. "Wenn das Netz, wie hier auf der Teststrecke, in Echtzeit funkt, dann könnte so in Zukunft das Home Office für Zugfahrer Wirklichkeit werden", sagte der für Firmenkunden zuständige Vodafone-Geschäftsführer Alexander Saul.

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Vorgesehen ist, die gesamte 24 Kilometer lange Versuchsstrecke mit 5G-Antennen auszurüsten. Dafür veranschlagt der SRCC einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Derzeit sei man in Gesprächen mit dem Freistaat Sachsen, um Fördermittel zu bekommen, sagte Sören Claus. (dpa)

Triebwagenführer Thomas Kayser steuert den Zug über einen mobilen Koffer mit Cockpit- und Streckeninformationen. 
Triebwagenführer Thomas Kayser steuert den Zug über einen mobilen Koffer mit Cockpit- und Streckeninformationen.  ©  Hendrik Schmidt/dpa
Zwei Spezialkameras auf dem Cockpit des Triebwagens filmen das Gleis während der Testfahrt.
Zwei Spezialkameras auf dem Cockpit des Triebwagens filmen das Gleis während der Testfahrt. © Hendrik Schmidt/dpa
Zukünftig könnten Züge etwa im Gütertransport ferngesteuert werden. 
Zukünftig könnten Züge etwa im Gütertransport ferngesteuert werden.  ©  Hendrik Schmidt/dpa
Der Forschungszug gehört zum Projekt Smart Rail Connectivity Campus unter Führung der Technischen Universität Chemnitz. 
Der Forschungszug gehört zum Projekt Smart Rail Connectivity Campus unter Führung der Technischen Universität Chemnitz.  © Hendrik Schmidt/dpa

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