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Wende beim Kassen-Service

Landkreis. Zwar schließt die Sparkasse keine ihrer Filialen, doch werden den Kunden bald einige Geldautomaten weniger zur Verfügung stehen.

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Von Sebastian Beutler

Das Zittauer Gebirge könnte besonders von den Veränderungen betroffen sein, die die Sparkasse in den kommenden vier Jahren durchsetzen will. Denn die Geldautomaten in den Kurorten Oybin und Jonsdorf werden verschwinden. Oybin ist bereits sicher, Jonsdorf hat eine Galgenfrist bis 2009/2010. Doch Vize-Vorstand Michael Bräuer sieht keine andere Möglichkeit: „Diese Automaten werden zu wenig genutzt. Und da erhalten wir lieber die Filialen und den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden und sparen lieber an den Automaten.“

Automaten-Netz weiter dicht

Das gilt auch für andere Gebiete zwischen Weißwasser und Zittau. Prinzipiell gilt: Da, wo viele Menschen wohnen, gibt es auch mehr Geldautomaten. Im Kreis Löbau-Zittau ist deren Dichte auch künftig deswegen höher als beispielsweise in den dünn besiedelten Gebieten des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Außerdem können alle Sparkassen-Kunden auch die Automaten der Volksbank Löbau-Zittau und der Volks- und Raiffeisenbank Niederschlesien benutzen.

Gleichzeitig sind diese Veränderungen auch eine Antwort auf das veränderte Zahlverhalten der Leute. EC- und Kreditkarten haben den Euro in vielen Geschäften und bei vielen Einkäufen bereits abgelöst, insofern ist auch der Bedarf an Bargeld von den Kassen gesunken.

Filiale gewinnt an Stellenwert

Zum Teil dreht die Sparkasse damit auch Entwicklungen aus den 90er Jahren zurück. Damals wurden diverse Filialen geschlossen oder deren Öffnungszeiten reduziert, dafür Geldautomaten, Überweisungsterminals und Kontoauszugsdrucker aufgestellt. Vor allem unter den älteren Kunden gab es dafür viel Kritik, fiel ihnen die Umstellung doch besonders schwer. Bräuer wollte nicht von einer kompletten Trend-umkehr sprechen, aber vielleicht sei das Pendel zu stark in die Technik-Richtung ausgeschlagen.

Rücksicht auf Senioren

Nun aber bekennt sich die Sparkasse wieder zur auch personellen Nähe zu ihren Kunden. Mittlerweile, so erklärt Bräuer, arbeiten die Kassenangestellten so effektiv, dass sie Überweisungen sogar billiger vornehmen können als die Maschinen. Konsequenz: „Wir investieren nicht mehr in Überweisungsterminals.“ Allerdings findet auch keine Maschinenstürmerei statt, viele von ihnen werden noch auf Jahre hinaus in Betrieb sein.

Die Sparkasse reagiert nach eigenen Aussagen damit auf die Bevölkerungsentwicklung. Die Menschen hier werden weniger und älter. „Da ist das persönliche Gespräch immer wichtiger“, sagt Bräuer und sein Vorstandskollege Rolf Schlagloth stimmt ihm zu. „Wir haben uns dafür entschieden, die Technik ein wenig zurückzufahren und dafür die Filialen zu erhalten.“ Folge: Die Angestellten haben wieder mehr Geld in ihren Kassen.

Andere Geldhäuser vertreten genau die andere Philosophie. So ist die Volksbank Löbau-Zittau beispielsweise nach dem Überfall in Kittlitz froh, dass in den SB-Filialen bei ihnen, Geld und Personal strikt getrennt sind. „Das mindert das Risiko für Überfälle“, sagt Volksbank-Chef Wolfgang Zürn. Doch Bräuer sieht kein höheres Risiko für sein Haus: „Natürlich haben wir auch alle Vorsorge dafür getroffen, dass man nicht so einfach an das Geld herankommt.“

www.sparkasse-oberlausitz-niederschlesien.de