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Wende im Streit um die Bismarckstraße

Nach dem Baustopp im Februar sollen nun doch die Bagger im Gewerbegebiet anrücken. Eine Rettung für die Unternehmen.

Von Nora Domschke

Mike Pulwer läuft die Zeit davon. Der junge Dresdner betreibt eine Bau- und Transportfirma in der Bismarckstraße. Seit 2011 lagert er auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gelände Erde, Sand und Steine, die er aufbereitet und weiterverkauft. „Bevor ich hergezogen bin, hat das Umweltamt alles abgesegnet“, sagt Pulwer. Im vergangenen Jahr stellte das Amt aber fest, dass es auf dem Areal keine Abwasserleitung gibt. Die sei aber für Pulwers Geschäft mit den Erdstoffen aus umweltrechtlichen Gründen nötig. Auch wenn er dafür gar kein Wasser braucht.

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Daher hat der 30-Jährige seit April 2013 Das Geschäft mit der Lagerung stillgelegt. Zwei Mitarbeiter musste er deshalb entlassen. Allerdings nur kurzfristig, so hoffte er. denn die Stadt kündigte die Sanierung der Bismarckstraße für Anfang 2014 an. Dabei sollte Pulwer auch eine Abwasserleitung bekommen. Doch dann wurde das Straßenbauprojekt im Februar kurzfristig abgesagt (die SZ berichtete). Grund für den Baustopp waren fehlende Fördergelder. Ein Schock für Pulwer, der nun auch noch Strafe dafür zahlen muss, dass er sein Geschäft ohne Abwasserleitung betreibt. Doch nun gibt es neue Hoffnung für Pulwer und die anderen Firmen im Niedersedlitzer Gewerbegebiet. Etwa 65 Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren auf dem Areal zwischen dem alten Milchwerk am Langen Weg und der Reisstraße angesiedelt. Unterstützung bekommen sie von Christian Piwarz. Der CDU-Landtagsabgeordnete machte Druck bei der Stadtverwaltung, forderte in einem Schreiben an den Dresdner Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den schnellen Baustart der Straßen.

Hilbert teilt nun mit, dass die Arbeiten am ersten Bauabschnitt noch in diesem Jahr beginnen werden. Die entsprechenden Fördergelder der EU in Höhe von 900 000 Euro sollen im Juni fließen. Auf SZ-Nachfrage erklärt Rico Nonnewitz vom Amt für Wirtschaftsförderung, warum der Bau im Februar gestoppt werden musste. Demnach gab es Unklarheiten beim Fördermittelantrag, sodass die Landesdirektion diesen länger prüfen musste. Nun sei die Prüfung abgeschlossen, und der Antrag kann bearbeitet werden.

Laut Nonnewitz stehe der städtische Anteil von rund 700.000 Euro ebenfalls bereit. Nun müssen die Planungen an den verspäteten Baustart angepasst werden. Insgesamt fünf Straßen des Gewerbegebietes werden komplett saniert. Das betrifft die Bismarck-, die Kleine, die Sosaer, die Saydaer Straße sowie die Straße Am Feld. Auf der Bismarckstraße soll der 1,6 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Brücke über den Niedersedlitzer Flutgraben und dem Langen Weg instand gesetzt werden. Dabei wird die Fahrbahn auf sieben Meter verbreitert, bekommen Parkbuchten, neue Gehwege und Bäume.

Holperpiste Reisstraße bleibt

Die gute Nachricht für Mike Pulwer: Die Stadt lässt in der Straße einen Abwasserkanal verlegen. Dann wird er endlich seine geforderte Leitung bekommen. Neben Pulwer hoffen auch die anderen Firmen auf den schnellen Baustart. Zudem will die Stadt mit den sanierten Straßen den Gewerbestandort auch für weitere Unternehmen attraktiv machen.

Etwas länger müssen hingegen die Anwohner der Reisstraße auf eine holperfreie Autofahrt warten. Reinhard Koettnitz, Chef des Straßen- und Tiefbauamtes, rechnet frühestens 2016 mit der Sanierung. Dafür werden Fördergelder zur Beseitigung von Hochwasserschäden benötigt. Der Antrag dafür müsse bis Mitte 2015 vorliegen, deshalb werden derzeit zumindest die ersten Vorplanungen gemacht, sagt er. Ursprünglich sollte die Straße im kommenden Jahr bereits fertig sein. Das Hochwasser verursachte dort einen Schaden von etwa 936 000 Euro.