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Wenig Beteiligung bei AfD-Protesten

Am Freitag und am Sonnabend hatte die Partei zu Demos in Roßwein und Waldheim gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen aufgerufen.

In Roßwein kamen knapp 30 Menschen zusammen. Sie zeigten ihren Protest auch durch Transparente und spezielle Masken.
In Roßwein kamen knapp 30 Menschen zusammen. Sie zeigten ihren Protest auch durch Transparente und spezielle Masken. © Dietmar Thomas

Roßwein/ Waldheim. Unter dem Motto „Grundrechte und Freiheit verteidigen“ versammelten sich am Freitagabend um 19 Uhr knapp 30 Menschen auf dem Roßweiner Marktplatz. Aufgerufen hatte dazu der Stadtrat der Alternative für Deutschland (AfD) Jens Tamke.

Insgesamt vier Redner – darunter auch der Landtagsabgeordnete Lars Kuppi – kritisierten bei der Kundgebung vordergründig die derzeitigen Maßnahmen der sächsischen sowie der bundesdeutschen Regierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wie Jens Tamke in seiner Ansprache sagte, seien die Zahlen des Robert Koch-Instituts mittlerweile „sehr willkürlich getroffen, damit regierenden Politiker ihre Forderungen durchdrücken könnten“.

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Zur Versammlung auf dem Waldheimer Obermarkt kamen etwa 15 Teilnehmer. Die Ansprachen waren kurz.
Zur Versammlung auf dem Waldheimer Obermarkt kamen etwa 15 Teilnehmer. Die Ansprachen waren kurz. © Erik-Holm Langhof

Nach Berechnungen des Politikers seien gerade einmal 0,005 Prozent der Sachsen an Covid-19 gestorben. „Die getroffenen Maßnahmen schränken jedoch die Rechte aller Sachsen ein und sind sehr unverhältnismäßig“, so Tamke. „Jeder Toter ist einer zu viel. Aber wir müssen beachten, dass es vor allem Alte und Vorerkrankte waren.“ Würde man die Zahl der Todesfälle im Landkreis vom vergangenen und diesem Jahr vergleichen, seien bisher keine größeren Veränderungen zu sehen.

Laut Döbelns AfD-Stadtrat Dirk Munzig seien die derzeitigen Maßnahmen nur eine „Lüge der Parteien, um den Lockdown sowie die große Corona-Lüge am Leben zu erhalten“. Außerdem seien die Altparteien darauf aus, einen „Finanzcrash durch Corona zu vertuschen“. Beifall und zustimmende Worte fielen aus Reihen der etwa 30 Teilnehmer. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: „Ich bin nicht rechts, ich bin nicht links, ich bin nicht dumm.“

15 Teilnehmer in Waldheim

Am Sonnabend rief Waldheims AfD-Stadtrat Mike Mende ebenfalls zur Versammlung auf den Obermarkt. In seiner Ansprache kritisierte er die Regierung, weil die „Bundesliga anscheinend wichtiger ist, als unsere Eltern und Großeltern in den Pflegeheimen“. Wie er sagte, seien die Pfleger in den Einrichtungen mittlerweile am Ende und könnten aufgrund des Personalmangels nicht mehr ausreichend ihre Leistungen bringen. Zudem sei es „ungeheuerlich“, wie die Politik „ältere Menschen, die unser Deutschland aufgebaut haben“ derzeit vernachlässigen. 

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Die Todeszahlen in den Altenpflegeheimen kämen, laut Mende, nicht durch das Coronavirus. „Die Menschen sterben, weil sie aufgeben. Sie verweigern das Essen, da sie ihre Liebsten nicht mehr sehen können“, so der AfD-Politiker. Auf Anfrage des Döbelner Anzeigers wollte er jedoch keine konkreten Heim-Standorte aufgrund „des Schutzes der Mitarbeiter in den Häusern“ nennen.

Die Polizei kontrollierte vor Ort beide Demonstration sowie die Einhaltung der Auflagen durch das Landratsamt Mittelsachsen. Wie die Einsatzleiter mitteilten, gab es keine Zwischenfälle.

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