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Wenig Spielraum für die neuen Räte

Der Sparzwang lässt nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wirkt sich das auf die Bewerberzahl für den neuen Gemeinderat aus?

Scheinbar bleibt alles beim Alten. Drei Listen treten in der Gemeinde Röderaue an, um Sitze im Rat zu erringen; es ist das gleiche Trio wie schon bei der letzten Wahl 2009: Christdemokraten, Linke und die Liste des Frauenhainer Sportvereins.

Doch der Schein trügt. Einige Veränderungen gibt es nämlich, vor allem bei der CDU. Die hat ihr Personal merklich verjüngt. Mit vier Kandidaten unter 30 Jahren sinkt das Durchschnittsalter der Liste auf knapp 45 – und das, obwohl die CDU auch den ältesten Bewerber ins Rennen schickt.

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Gestiegen ist der Altersschnitt indes bei den anderen Listen, bei der Linken zum Beispiel von 49 auf 54 Jahre. Was damit zusammenhängt, dass dieses Mal fast exakt dieselben Kandidaten antreten, nur dass die diesmal fünf Jahre älter sind als bei der Wahl 2009. Deutlich reifer ist die Liste der Sportler, deren Kandidaten nicht mehr 45, sondern im Durchschnitt 54 Jahre alt sind.

Legt man die Gesamtzahl der Bewerber zugrunde, zeigt sich, dass die Sitze ähnlich begehrt sind die bei der letzten Wahl: 2009 traten insgesamt 26 Bewerber an, dieses Mal sind es 25. Geschrumpft ist lediglich die CDU-Liste, die zwei Kandidaten weniger aufweist. Einen Bewerber mehr als zuletzt konnten die Linken motivieren. Einzig die Frauenhainer Sportler bleiben mit sechs Kandidaten unverändert.

Über das Parteientrio hinweg stellt der Ortsteil Frauenhain mit 14 Bewerbern die meisten. Das sind 56 Prozent aller Ratskandidaten – obwohl in Frauenhain nur etwa 40 Prozent der Einwohner von Röderaue leben. Acht Bewerber aus Pulsen und zwei aus Raden hingegen passen da eher ins Bild. Völlig unterrepräsentiert ist hingegen Koselitz: Nur eine Bewerberin aus dem Ort stellt sich auf der CDU-Liste zur Wahl für den Gemeinderat; 2009 waren es über alle Parteien hinweg noch drei.

Großen politischen Gestaltungsspielraum werden die neuen Räte in der Röderaue nach ihrer Wahl wohl eher nicht haben. Die Gemeinde hat sich schon jetzt einen Sparkurs verordnet, den sie auch in den nächsten Jahren wird fahren müssen, um handlungsfähig zu bleiben.