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Wenig war vielfältig deutbar

Der aktuell mit 80 gemeldeten Telefonteilnehmern eher seltene Familienname „Striese“ zeigt innerhalb von Deutschland keine besondere Schwerpunktbildung. Gehen wir davon aus, dass die Familie unseres Lesers...

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Von Daniela Ohrmann,Namensexpertin

Der aktuell mit 80 gemeldeten Telefonteilnehmern eher seltene Familienname „Striese“ zeigt innerhalb von Deutschland keine besondere Schwerpunktbildung. Gehen wir davon aus, dass die Familie unseres Lesers Steffen Striese aus dem sächsischen Raum stammt, könnte er wohl am ehesten mit „der aus Striesa, Striesen oder Strießen Stammenden“ übersetzt werden. Er gehört somit zur großen Gruppe von Familiennamen, die aus Herkunftsbezeichnungen hervorgegangen sind.

Diese so genannten Herkunftsnamen nehmen vor allem Orte auf, aber auch Landschaften, Regionen, Länder oder Volksgruppen. Dabei lassen sie oft, aber nicht immer, auf die ursprüngliche Heimat des Benannten schließen. Mitunter verweisen solche Namen auch nur auf frühere Aufenthalts- oder Reiseorte, oder auf Orte, mit denen er durch Handelsbeziehungen verbunden war.

Bei einer sächsischen Herkunft des ersten Namensträgers können drei Orte Pate gestanden haben: Striesa, ein ehemaliges Vorwerk und Freigut bei Oschatz; Striesen, ein Dorf östlich von Dresden und Strießen, ein Dorf südwestlich von Großenhain.

Die Deutung ist in allen drei Fällen die gleiche, denn die Namen haben sich jeweils aus dem altsorbischen Personennamen „Strez“ entwickelt, der die urslawische Grundform „stergti“ für „bewahren, behüten“ enthält. Der Ortsname kann somit mit „Siedlung eines Strez“ übersetzt werden.