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Weniger Ausfall dank der Quereinsteiger

Im ersten Halbjahr ist deutlich weniger Unterricht ausgefallen als im Vorjahr. Der Vertretungspool hat sich bewährt.

Von Peggy Zill

Die Waldheimer Förderschule ist deutlich besser ausgestattet in das neue Schuljahr gestartet als noch vor einem Jahr. Damals mussten im ersten Halbjahr 843 Unterrichtsstunden ausfallen (17 Prozent). Ein Rekordwert in der Region Döbeln. Zuletzt waren es nur noch 316 Stunden (4,9 Prozent). „Das Schuljahr 12/13 war eine extreme Situation. Gleich mehrere Lehrer waren langzeitkrank, das wirkt sich bei nur 14 Stammkräften natürlich aus“, erklärt Schulleiter Heiko Felgener. Zeitweise gab es nur acht Lehrer für zehn Klassen. Das sei zum Glück im neuen Schuljahr nicht mehr passiert. Sven Funke, der als Quereinsteiger den Sportunterricht übernommen hat, habe sich sehr gut eingearbeitet und wurde unterdessen unbefristet eingestellt, wie der Schulleiter erklärt.

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In ganz Sachsen stehen 274 Externe zur Verfügung, die kurzfristig Unterrichtsausfall minimieren sollen. Hinzu kommen 106 Vertretungslehrer.

Unkomplizierte Vertretung

Heiko Felgener würde sich wünschen, dass wie die Oberschulen auch die Förderschulen einen sogenannten Ergänzungsbereich bekommen. Diese Stunden sind eine Art Reserve für ergänzende Angebote oder auch Vertretungen. „Das bietet kurzfristige Handlungsmöglichkeiten. Damit würden sich Ausfälle besser abfedern lassen“, sagt Felgener. Er lobt die Einrichtung eines Vertretungspools für Lehrkräfte. „Das war sehr hilfreich. Da haben wir im vergangenen Schuljahr mehrere Monate drauf zurückgegriffen und es hat sehr unkompliziert geklappt. Innerhalb einer Woche war es möglich, jemanden einzustellen.“ Auch das Harthaer Gymnasium konnte so den Musikunterricht absichern. Die Lehrerin dafür war seit dem Halbjahr ausgefallen und kommt vermutlich bis zum Ende des Schuljahres nicht wieder. „Jetzt hat ein junger Kollege, der nach dem Referendariat noch keine Anstellung gefunden hatte, einen Vertrag bekommen“, erklärt Schulleiter Lothar Weisheit. Quereinsteiger gibt es am Martin-Luther-Gymnasium nicht. „Weil die keine Pädagogen sind, ist das über einen längeren Zeitraum nicht gut“, so Weisheit, an dessen Schule im ersten Schulhalbjahr 870 Stunden ausgefallen. Im Vorjahreszeitraum waren es mehr als 1 000. „4,3 Prozent Ausfall sind eine ordentliche Zahl, wenn man bedenkt, wie viele Stunden wir jedes Jahr haben“, sagt der Schulleiter und lobt gleichzeitig die Kollegen, die die Vertretungsstunden übernehmen. Das waren 566 im ersten Halbjahr.

Am Döbelner Lessing-Gymnasium ist der Ausfall von vier auf zwei Prozent gesunken. „Das verdanken wir der robusten Gesundheit unserer Lehrer“, erklärt Schulleiter Michael Höhme. Im Moment sehe es schon wieder nicht ganz so gut aus, zwei Lehrer werden für längere Zeit ausfallen. Das Stundenpolster sei nicht üppig, so Höhme. Planmäßigen Ausfall aufgrund von Lehrermangel gibt es jedoch nicht. Die Babypause einer Pädagogin kann mit einem jungen Kollegen aus dem Vertretungslehrerpool überbrückt werden.

Drei Neue für die Berufsschule

Am Beruflichen Schulzentrum ist es hingegen deutlich schwieriger, Ersatzlehrer zu finden, wie Katrin Neumann erklärt. „Personell sind wir gut ausgestattet, wenn aber jemand ausfällt, wird es schwierig. Wir brauchen schließlich Spezialisten“, so die Schulleiterin. Vier Prozent des Unterrichts sind im ersten Halbjahr ausgefallen. Das ist weniger, als im sächsischen Schnitt der berufsbildenden Schulen.

Mit drei Neueinstellungen von jungen Lehrerinnen im letzten Jahr sei das Schulzentrum Döbeln-Mittweida gut weggekommen, so Katrin Neumann. „Da war ich sehr zufrieden. Die Kolleginnen drücken auch den Altersdurchschnitt.“ Alle drei unterrichten im Bereich Gesundheit und Soziales. Schwieriger sei es da, Lehrer für die Fächer im Bereich Elektro- und Metalltechnik zu bekommen. „Da gibt es weniger Absolventen, dabei ist der Bedarf groß“, so Neumann.