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Weniger Kosten, flexiblere Betreuung

Eine neue Kita-Satzung bringt Vorteile für die Ostrauer Eltern. Aber zunächst richtet sich alles nach dem Corona-Virus.

Für die Kitas Ostrau gilt ab Juli eine neue Betreuungssatzung, die Vorteile für die Eltern mit sich bringt. Rosalie (vorn) besucht den Kindergarten der „Jahnataler Wiesenstrolche“ in Ostrau. Sie hat gesundes Essen auf dem Teller.
Für die Kitas Ostrau gilt ab Juli eine neue Betreuungssatzung, die Vorteile für die Eltern mit sich bringt. Rosalie (vorn) besucht den Kindergarten der „Jahnataler Wiesenstrolche“ in Ostrau. Sie hat gesundes Essen auf dem Teller. © Dietmar Thomas

Ostrau. Gute Nachrichten für die Eltern, deren Kinder in den beiden Einrichtungen der Gemeinde Ostrau betreut werden: Ab Juli tritt eine neue Betreuungssatzung in Kraft, der die Gemeinderäte am Dienstag einhellig zugestimmt haben. Sie beinhaltet etliche Nachbesserungen.

Wie Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) erklärt, habe es Hinweise und Beschwerden von Eltern von Hortkindern der „Jahnataler Wiesenstrolche“ gegeben, die ihr Kind nur in den Frühhort bringen wollen. Sie mussten nach alter Satzung mindestens einen Sechs-Stunden-Vertrag abschließen. Das ist in Zukunft nicht mehr notwendig. Künftig sind Verträge mit eineinhalb Stunden Betreuungszeit nur für den Frühhort möglich. Unter anderem habe das versicherungsrechtliche Gründe. „Die Kinder dürfen nach Ankunft der Schulbusse nicht bis zum Unterrichtsbeginn sich selbst überlassen sein“, so Schilling.

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Ein weiteres Manko der alten Betreuungssatzung: In den Ferien fallen bei den Hortkindern häufig mehr Betreuungsstunden an. Dafür mussten die Eltern bisher pro Mehrstunde in der schulfreien Zeit zusätzlich 2,10 Euro bezahlen. „Da kamen bei einigen Eltern schnell bis zu 200 Euro zusätzlich im Monat zusammen. Das war so nicht unsere Absicht“, erklärt Schilling. Deshalb soll künftig nur noch ein Euro pro Mehrbetreuungsstunde verlangt werden. 

Außerdem wird es möglich sein, einen Vertrag über sieben Stunden Betreuungszeit im sogenannten Ganztagshort abzuschließen. Der Bürgermeister weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aber eine kurzfristige Erhöhung der Betreuungszeit auf sieben Stunden kurz vor den Ferien – etwa um Mehrbetreuungskosten zu umgehen – nicht möglich ist.

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Erweitert wird mit der neuen Satzung auch die Betreuungszeit in den beiden gemeindeeigenen Kinderkrippen und Kindergärten in Ostrau und Kiebitz. So steht es den Eltern frei, ihre Kinder künftig auch bis zu zehn oder elf Stunden in der Einrichtung betreuen zu lassen. Bisher war dies entweder für viereinhalb, sechs oder neun Stunden möglich. „Der Bedarf für eine längere Betreuungszeit ist aber auf jeden Fall da“, so der Bürgermeister.

Keine Veränderungen wird es hinsichtlich der Elternbeiträge geben. „Obwohl die Betriebskosten gestiegen sind und wir das auf die Beiträge umlegen könnten, sehen wir davon ab“, so der Bürgermeister. „Das wäre gerade jetzt während der Corona-Krise das falsche Signal.“

Die neue Betreuungssatzung tritt am 1. Juli in Kraft. Sie ist aber auf den Normalbetrieb in den Kindertagesstätten ausgelegt, der wegen des Corona-Virus derzeit nicht möglich ist. „Mit heißer Nadel“, wie der Bürgermeister sagte, werde nämlich derzeit die Öffnung der Kitas für alle Kinder ab Montag vorbereitet. „Es gibt dazu jede Menge Anfragen von den Eltern, was in Anbetracht der Situation auch verständlich ist“, so Schilling. Einige Eltern würden glauben, dass die Betreuung nun wieder wie vor der Krise funktioniert. 

Dem sei nicht so. „Wir dürfen nur im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen“, sagte Schilling. Konkret bedeute das für die Einrichtungen in Ostrau und Kiebitz, dass die Öffnungszeit nur im Zeitraum von 7 bis 16 Uhr erfolgen kann. „Es muss feste Gruppen mit festen Betreuungspersonen geben.“ Letzteres sei bei Vollzeitöffnung mit dem vorhandenen Personal nicht zu stemmen. Die meisten Eltern hätten dafür vollstes Verständnis.

„Für einige aber, die ihre Kinder beispielsweise für neun Stunden in der Notbetreuung hatten, könnte das ein vermeintlicher Rückschritt sein“, so Schilling. Das sorge bei den betroffenen Müttern und Vätern teilweise für Unmut, und es gebe viel Erklärungsbedarf. „Wir haben da keinen Spielraum“, macht Schilling deutlich. Nur durch die Einhaltung der Vorgaben könne gewährleistet werden, dass bei Auftreten einer Infektion mit dem Corona-Virus nur die jeweilige Gruppe und nicht die gesamte Einrichtung geschlossen werden muss.

Mit einem Brief sind die Eltern auf die bevorstehenden Regelungen hingewiesen worden. Zudem gibt es am Donnerstag dazu einen Elternabend.

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