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Döbeln

Weniger Menschen – mehr Autos

Obwohl die Bevölkerungszahl zurückgeht, wird es auf Mittelsachsens Straßen immer voller. Das liegt aber nicht an privaten Fahrern.

Obwohl die Zahl der Einwohner in der Region Döbeln kontinuierlich schrumpft, bleibt die Menge der zugelassenen Autos nicht nur etwa gleich, sie nimmt teils sogar wieder zu.
Obwohl die Zahl der Einwohner in der Region Döbeln kontinuierlich schrumpft, bleibt die Menge der zugelassenen Autos nicht nur etwa gleich, sie nimmt teils sogar wieder zu. © Federico Gambarini/dpa (Symjbolfoto)

Landkreis. In Döbeln freuen sich Autohäuser und Besucher auf den 24. Autofrühling am Sonnabend in der Innenstadt. Zu Recht. Ein Blick in die Kfz-Statistik offenbart: Obwohl die Zahl der Einwohner in der Region kontinuierlich schrumpft, bleibt die Menge der zugelassenen Autos nicht nur etwa gleich, sie nimmt teils sogar wieder zu.

Exakt 11 553 neu zugelassene Pkw zählte das Landratsamt Ende 2018. Das sind zwar weniger als in den beiden Jahren zuvor – 2016 waren es noch 11 665 und 2017 wurden 11 421 neue Fahrzeuge aller Klassen zugelassen. 

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Doch diese Zahl steigt offenbar wieder an. Auch im Vergleich des Gesamtbestandes aller Fahrzeuge in Mittelsachsen zeigt sich, dass es auf den Straßen im Landkreis seit Jahren immer voller wird. Ende des Jahres 2011 waren insgesamt 250 376 Fahrzeuge in Mittelsachsen zugelassen.

© SZ-Grafik

Davon waren 15 630 Lkw und 179 822 Pkw. Ende des vergangenen Jahres waren rund 9 000 Fahrzeuge mehr zugelassen. Dabei ist der Zuwachs vor allem bei den Lkw zu sehen: 18 392 Trucks gibt es mittlerweile. Auch die Anzahl der zugelassenen Krafträder ist in diesem Zeitraum gestiegen um 2 177 auf 16 989. Der Pkw-Bestand ist auf 178 552 leicht gesunken.

Gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung in der ländlichen Region seit Jahren kontinuierlich. Im Landkreis Mittelsachsen lebten vor zehn Jahren noch 335 797 Menschen (Erwachsene ab 18 Jahre 293 039). 2016 hatte Mittelsachsen nur noch 312 450 Einwohner (266.887).

Es liegt auf der Hand, dass das eigene Auto im ländlichen Raum viel wichtiger ist als in Städten, erst recht in den Großstädten. In den Autohäusern ist von konstanten Verkaufszahlen die Rede, weil für Familien mit zwei Berufstätigen auf dem Land ein Zweitwagen nach wie vor wichtig ist. Auch Ehepaare im Rentenalter sind gute Kunden, weil ein Fahrzeug für den Einkauf oder Arztbesuche in anderen Städten unerlässlich erscheint.

Rein rechnerisch besitzen im Durchschnitt rund 52 Prozent aller Einwohner Sachsens ein Auto. Bei den Bewohnern über 18 Jahre haben sogar 70 Prozent ein eigenes Auto. Der gleiche Trend zeigt sich deutlich, wenn man nach Mittelsachsen schaut.

Ein eigenes Auto hilft dabei, mobil zu bleiben. Doch die wachsende Fahrzeug-Zahl bringt auch Nachteile mit sich. Die Diskussion um Parkflächen in den Städten reißt nicht ab. Das Fahrrad ist für den Alltagsverkehr über Land nur für wenige eine Option.

Die Verkehrsverbünde wie beispielsweise der VV Oberelbe versucht mit seinen Plusbus-Linien derzeit, vor allem Berufspendler zu gewinnen. Dass sich Lokalpolitiker, der mittelsächsische Kreistag und auch die sächsische Staatsregierung für eine bessere Anbindung der Region Döbeln an Dresden einsetzt, ist auch ein Zeichen dafür, dass der wachsende Autobestand zwar akzeptiert wird, die Mobilität für Menschen, die kein Kfz haben oder wollen, trotzdem bestmöglich gesichert werden sollte.