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Weniger Sachsen von Armut bedroht

In Deutschland verschiebt sich die Armutsgefährdung. Mittlerweile hat Nordrhein-Westfalen den Freistaat überholt.

Weniger als 60 Prozent des Median-Einkommens: Das verdienen im Westen immer mehr Menschen - und gelten somit als armutsgefährdet.
Weniger als 60 Prozent des Median-Einkommens: Das verdienen im Westen immer mehr Menschen - und gelten somit als armutsgefährdet. © dpa

Dresden/Berlin. In Sachsen sind deutlich weniger Menschen armutsgefährdet als noch vor zehn Jahren. Das hat eine Berechnung des Statistischen Bundesamts auf Basis des Mikrozensus ergeben. Demnach ist die Armutsgefährdungsquote im Freistaat von 19,5 Prozent im Jahr 2009 auf 17,5 Prozent im Jahr 2019 gesunken.

Insgesamt ergibt sich aus den neuen Daten eine deutliche Verschiebung. Während sich die Armutsgefährdung in allen neuen Bundesländern (außer Berlin) verringert hat, ist sie zeitgleich in allen alten Bundesländern gestiegen. 

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Besonders drastisch fällt diese Entwicklung in Nordrhein-Westfalen (NRW), Hessen und Bremen aus. Dort habe sich der Anteil der armutgefährdeten Menschen am stärksten erhöht, schreibt die Behörde in ihrem Bericht. Demnach ist die Gefährdungsquote binnen zehn Jahren in Bremen um 4,8 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei 24,9 Prozent. Damit verdient in Bremen jeder vierte weniger als 60 Prozent des deutschen Median-Einkommens. 

In NRW ist die Quote der von Armut bedrohten Einwohner von 15,2 auf 18,5 Prozent gestiegen, in Hessen von 12,4 auf 16,1 Prozent. Sachsen liegt in dem vom Bundesamt aufgestellten Negativ-Ranking zwar immer noch auf Platz sechs, doch zeigt der Trend für die neuen Bundesländer eindeutig in eine positive Richtung.

So ist die Armutsgefährdung in Sachsen-Anhalt unter die 20-Prozent-Marke gerutscht, in Brandenburg liegt sie sogar nur noch bei 15,2 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie in Hamburg. Die höchste Einkommensverbesserung verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern. Hier waren 2009 23,1 Prozent aller Einwohner armutsgefährdet, zehn Jahre später sind es noch 19,4 Prozent. 

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