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Bautzen

Oberlausitz: Mehr Diebstähle an der Grenze

Die Kriminalität in der Region geht im fünften Jahr in Folge zurück. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen Bautzen und Görlitz.

Die Kriminalität in den Landkreis Bautzen und Görlitz geht im fünften Jahr in Folge zurück.
Die Kriminalität in den Landkreis Bautzen und Görlitz geht im fünften Jahr in Folge zurück. © SZ/Uwe Soeder

Görlitz. Die Kriminalität in der Oberlausitz ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilt, sank die Zahl der Straftaten auf 33.287 Fälle. Das waren rund 600 Delikte weniger als im Jahr zuvor. Damit sei die Kriminalität im fünften Jahr in Folge rückläufig. Etwa zwei Drittel der Straftaten konnten aufgeklärt werden (61,4 Prozent).

Auch auf lange Sicht zeigt sich ein positiver Trend: So wenige Straftaten wie im vergangenen Jahr gab es laut Polizeidirektion seit 1990 nicht mehr. Allerdings gibt es zwischen den Landkreisen Bautzen und Görlitz große Unterschiede. Im Landkreis Görlitz werden deutlich mehr Straftaten begangen als im Nachbarkreis.

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Einen Schwerpunkt bildet weiterhin die Eigentumskriminalität, insbesondere an den Grenzen zu Polen und Tschechien. Allerdings greifen nach Einschätzung von Polizeipräsident Manfred Weißbach in diesem Bereich zunehmend die Maßnahmen der Polizei. Als Beispiele nennt der Leiter der Polizeidirektion die Bildung der Sonderkommission Argus und die Videoüberwachung in der Stadt Görlitz.

Kriminalstatistik 2019 - die wichtigsten Fakten

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Obwohl im Landkreis Görlitz weniger Menschen wohnen als im Landkreis Bautzen, gibt es dort mehr Straftaten. 2019 wurden im Kreis Görlitz rund 19.000 Fälle erfasst, im Landkreis Bautzen waren es knapp 14.000 Fälle. Damit entfallen in der Region Görlitz auf 100.000 Einwohner 7.500 Fälle, in der Region Bautzen sind es nur 4.600.

Weniger Kfz-Diebstähle

Besonders oft haben es die Beamten an Spree und Neiße mit Diebstählen zu tun. Mehr als ein Drittel aller Straftaten entfallen auf diesen Bereich. Allerdings gehen auch hier die Fallzahlen zurück: von rund 17.000 Fällen im Jahr 2014 auf knapp 12.000 Fälle im vergangenen Jahr.

Auffällig ist der Rückgang der Delikte in zwei Bereichen: zum einen beim Kfz-Diebstahl. 2018 wurden im Bereich der PD Görlitz 581 Autos gestohlen, 2019 waren es nur noch 449. Zum anderen gab es weniger Wohnungseinbrüche: 2018 registrierte die PD noch 753 Diebstähle aus Wohnungen, 2019 waren es nur noch 570. 

Stärker als im Vorjahr waren hingegen Firmen von Einbrüchen betroffen, auch in Keller stiegen die Täter häufiger ein als 2018. Ein deutliches Plus gab es zudem beim Fahrradklau: von 1.807 auf 2.011 Taten.

Grenzkriminalität hat zugenommen

Schlechte Nachrichten gibt es für die Einwohner entlang der polnischen Grenze: Entgegen dem allgemeinen Trend nahmen hier die Eigentumsdelikte im vergangenen Jahr zu – von 4.015 auf 4.304 Fälle. Am stärksten bekommen dies die Bewohner von Görlitz und Neißeaue zu spüren. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es hier die meisten Diebstähle. Auffällig hoch ist die Belastung auch in Seifhennersdorf, Ebersbach-Neugersdorf und Ostritz. Ein weiterer Schwerpunkt, der allerdings nicht in Grenznähe liegt, ist die Stadt Hoyerswerda.

So reagiert die Polizei

Im Kampf gegen die Grenzkriminalität hebt die Polizeidirektion vor allem zwei Maßnahmen hervor:

Die Sonderkommission Argus

Sie nahm im November 2019 ihre Arbeit auf. Im Blick hat sie vor allem Banden und gewerbsmäßige Täter. Bis zum Februar 2020 bearbeitete die Soko 244 Ermittlungsverfahren gegen 73 Tatverdächtige. Davon 52 polnische und 16 deutsche Staatsangehörige sowie zwei Tschechen, einen Slowaken, einen Syrer und einen Rumänen. Der Gesamtschaden in diesen Verfahren beträgt rund 700.000 Euro.

Die Aufklärungsquote beträgt 53 Prozent. Laut Polizeidirektion ein überdurchschnittlicher Wert. Normalerweise wird im Bereich der Eigentumsdelikte nur etwa ein Drittel der Taten aufgeklärt.

Videoüberwachung in der Stadt Görlitz

Zwar kommt es in Görlitz nach wie vor besonders häufig zu Straftaten. Durch den Einsatz der Videotechnik sieht die Polizeidirektion allerdings auch hier einen positiven Trend. Dies zeige ein Vergleich der sieben Monate seit Inbetriebnahme der neuen Technik mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Besonders auffällig sei der Rückgang der Eigentumsdelikte (minus 39 Prozent in der historischen Altstadt von Görlitz sowie minus 31,4 Prozent im gesamten Stadtgebiet).

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