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Weniger Zuschauer im Theater

Zittau. Unterm Strich werden es weniger Besucher sein als im Vorjahr. Daran ändert auch das Sommertheater auf der Waldbühne Jonsdorf nichts mehr. Doch so dramatisch, wie gemunkelt wird, sind die Zahlen nicht gesunken.

Zittau. Unterm Strich werden es weniger Besucher sein als im Vorjahr. Daran ändert auch das Sommertheater auf der Waldbühne Jonsdorf nichts mehr. Doch so dramatisch, wie gemunkelt wird, sind die Zahlen nicht gesunken. Bis Ende April kamen knapp 38 000 Besucher zu den 180 Vorstellungen. Das sind gut 4 500 weniger als zum gleichen Zeitpunkt der Spielzeit 2012/2013, wo es aber mehr Vorstellungen gab. „Wir können nicht dauernd neue Rekorde produzieren, gerade wenn wir weniger Mittel zur Verfügung haben“, meint Theatergeschäftsführer Caspar Sawade. Und gespart wurde beim Zittauer Theater zuletzt kräftig. Das Schauspielensemble wurde von zwölf auf 10,5 Stellen reduziert. Auch die Zahl der technischen Mitarbeiter ging zurück. „Wenn wir mit noch weniger Personal die Besucherzahlen halten können, sind wir zufrieden“, sagt Sawade.

Am Weihnachtsmärchen „Alice im Wunderland“ lag es nicht. Hier konnte das Theater die Besucherzahlen sogar steigern – auf rund 11 000. Im Jahr zuvor sahen „Die verzauberten Brüder“ nur knapp 10 000 Besucher. Und auch das Sommertheater, das stets ein Publikumsmagnet ist, scheint allen Unkenrufen zum Trotz besser zu laufen als in der vorigen Spielzeit. Bis gestern wurden bereits 2 293 Karten verkauft. Für „Winnetou 1“ waren es zum gleichen Zeitpunkt 2 251 Karten. „Die ersten drei Vorstellungen sind bereits ausverkauft“, freut sich der Theatergeschäftsführer. Für die vierte gibt es auch nur noch wenige Karten. Gespielt werden soll „Karasek – Ein Schurke und Held“ insgesamt 20 Mal. Weil die Nachfrage so groß ist, hat das Theater laut Sawade eine zusätzliche Schulvorstellung ins Programm genommen.

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Auch das Klosterhof-Stück „Das Spiel von Liebe und Zufall“ wird am 14. Juni ein zusätzliches Mal gespielt. Wer die Komödie noch sehen will, sollte sich schnell um Karten bemühen. Bei dem Stück ist die Nachfrage ebenfalls groß.

Sorgen bereiteten dem Theater andere Inszenierungen. „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ sahen bei sechs Vorstellungen 1 076 Besucher. Das sind im Schnitt 180 pro Aufführung. Der große Saal verfügt über rund 400 Plätze. „Das lässt mich nicht verzweifeln“, sagt Schauspielintendantin Dorotty Szalma, die bei dem Stück auch Regie geführt hat. Das Drama „Woyzeck“, mit dem vor vier Jahren das sanierte Theater wiedereröffnet wurde, sei auch nicht so gut gelaufen, bemerkt Caspar Sawade.

Dass aber auch eine Komödie wie „Raucher/Nichtraucher“ nicht so gut angenommen wurde, hat Dorotty Szalma überrascht. Sie sei überzeugt gewesen, dass sie damit einen Publikumsrenner landet. Das Stück laufe an anderen Theatern sehr gut. Doch die Zittauer sind eben ein Theaterpublikum für sich. „Dass wir nicht mit allen Stücken den Nerv des Publikums treffen können, ist auch klar“, sagt Sawade. Künstlerisch sei die Spielzeit aus seiner Sicht aber toll gewesen.

Nichtsdestotrotz seien der Besucherrückgang analysiert und die Probleme erkannt worden. „Wir machen uns Gedanken, wie wir dem Publikum entgegenkommen können“, erklärt Frau Szalma. Die neue Spielzeit wird demnach mit einer Komödie starten. Nach Sawades Worten werde es eine der lustigsten Komödien sein, die es gibt. „Das wird sicher der Renner und wir füllen mit dem Auftakt gleich das Haus“, ist er sich sicher. Den Spielplan für die neue Spielzeit stellt das Theater kommende Woche in Görlitz vor.

Dass das Theater nun ein Stück vom Publikum auswählen lässt, ist aber keine Folge des Besucherrückgangs. Die Schauspielchefin hatte eine solche Wahl schon zum Anfang der Spielzeit geplant. Derzeit kann darüber abgestimmt werden, ob in der nächsten Spielzeit die Komödie „Der Parasit“ oder das Historiendrama „Maria Stuart“ aufgeführt wird. Das Ergebnis soll zur Eröffnungsgala verkündet werden.