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Wenn aus der Streif ein Streifchen wird

Wegen Nebels wird die Abfahrt in Kitzbühel nur auf halber Strecke gefahren. Neureuther schlängelt sich auf Rang drei.

© dpa

Von Thomas Häberlein

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Die „Streif“ war nur ein „Streifchen“, sie war nur halb so lang wie sonst. Am Ende der kürzesten Abfahrt der Geschichte des alpinen Weltcups aber siegte einer, der ein ganzer Kerl ist. Der Norweger Kjetil Jansrud feierte seinen fünften Saisonsieg, aber seinen ersten in Kitzbühel. Und dass es nur ein Sprint war, störte ihn nicht im Geringsten, als er von Zehntausenden bei der Siegerehrung umjubelt wurde, 75 000 Euro Preisgeld und die goldene Gams entgegennahm.

„Für mich ist das ein wahnsinniger Tag. Das ist mein schönster Sieg“, sagte der Mann, der immerhin Olympiasieger im Super-G ist. Die Streif war wegen Nebels verkürzt worden, legendäre Passagen wie Mausefalle und Steilhang fehlten, gefahren wurde von der Seidlalm, wo einst im Jahre 1966 der alpine Weltcup erfunden wurde. Jansrud benötigte 58,16 Sekunden, 0,02 Sekunden weniger als Dominik Paris aus Italien, kürzer war nie ein Abfahrtssieger unterwegs gewesen.

Die Verkürzung der Strecke war die letzte und einzige Chance, den 45 000 Zuschauern wenigstens etwas zu bieten. „Obwohl es so kurz war, war es ein faires Rennen“, versicherte Paris – eine Meinung, die allgemein vorherrschte: Besser ein stark verkürztes Rennen als gar keines. Es war zugleich eine Entscheidung, von der auch zwei Deutsche profitierten: Die Ränge 16 und 18 von Andreas Sander (Ennepetal) und Klaus Brandner (Königssee) waren aller Ehren wert.

Aufs Podium fuhr Felix Neureuther gestern im Slalom. Er ließ sich im Schneetreiben von Kitzbühel für seinen dritten Platz auch von den Bayern-Stars David Alaba und Mario Götze bejubeln. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagte der Partenkirchner gut eine Woche vor den Weltmeisterschaften in Vail und Beaver Creek. Der 30-Jährige kämpfte sich bei schwierigen Bedingungen den Ganslernhang hinab – unterboten nur von Marcel Hirscher aus Österreich und Mattias Hargin.

Der Schwede gewann sein erstes Weltcup-Rennen und bekam von Neureuther sofort eine freundliche Gratulation. „Mattias, du hast das verdient. Marcel und ich sind zu technisch gefahren, du dagegen bist volles Risiko gegangen.“ Neureuther verteidigte zudem die Führung in der Slalom-Wertung, betonte aber: „Abgerechnet wird zum Schluss.“ Fritz Dopfer wurde knapp zwei Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen guter Fünfter. (sid)

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