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Wenn in Döbeln Bäume am Radweg umfallen

Am Sonntag ist ein Baum in Döbeln auf den Weg gekracht. Nicht der erste Vorfall dieser Art. Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Die dicke Eiche war am Sonntag auf den Mulderadweg gestürzt und hatte noch einen zweiten Baum mitgerissen. Anzeichen dafür gab es vorher keine.
Die dicke Eiche war am Sonntag auf den Mulderadweg gestürzt und hatte noch einen zweiten Baum mitgerissen. Anzeichen dafür gab es vorher keine. © Jens Hoyer

Döbeln. Am Sonntagvormittag verlor die mächtige Eiche ihren Halt. Sie brach aus dem felsigen Erdreich, das sie an die 100 Jahre gehalten hatte, riss einen zweiten Baum mit und schlug auf der Erde auf. Quer über dem Mulderadweg am Eisenbahnviadukt in Großbauchlitz. 

Für die Döbelner Feuerwehr war es der erste Einsatz an diesem Tag. Sie schnitt den Radweg frei. „Wir haben den Radlader des Bauhofs angefordert. Danach ging es ziemlich einfach“, sagte Wehrleiter Thomas Harnisch. Warum kippt ein Baum einfach um, obwohl es keinen Sturm gegeben hat? Harnisch hat eine Vermutung. „Der Boden war total ausgetrocknet. Wir waren erstaunt, dass die Bäume noch im Erdreich halten.“

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Kein neues Phänomen

Ganz neu ist das Phänomen umkippender Bäume am Mulderadweg nicht. Vor drei Jahren hatte es eine Eiche zwischen Großbauchlitz und Technitz über den Weg gelegt. Kurze Zeit später fiel eine zweite Eiche zwischen Klostergärten und Großbauchlitz, nicht weit vom aktuellen Baumsturz entfernt. In allen Fällen war niemand zu Schaden gekommen. Vor allem an den Wochenenden sind auf dem Weg eine Menge Menschen unterwegs.

Der Hang am Mulderadweg ist mit Laubwald bewachsen. Auch Revierförster Dirk Tenzler vermutet als Ursache für den plötzlichen Kollaps des Baumes die extreme Trockenheit, die auch von gelegentlichen Regenfällen nicht behoben wird. 

„Die Wälder sind in keinem guten Zustand“, sagte er. Wenn es regnet und die Krone des Baumes durch das Wasser zusätzliches Gewicht bekommt, könnte der seine Stabilität verlieren, erklärte der Förster. Am Sonntagmorgen hatte es geregnet.

Eine Möglichkeit, solche Vorfälle auszuschließen, sieht Tenzler nicht. „Das würde bedeuten, den Wald am Weg auf 30 Meter Breite zu fällen. Das wäre unverantwortlich. Als Nächstes kommt dann der ganze Hang gerutscht. Da nimmt man lieber in Kauf, dass mal ein Baum umfällt“, sagte Tenzler. Auch mit regelmäßigen Verkehrssicherungsbegehungen sei das nicht komplett zu verhindern.

Verkehrssicherung hat stattgefunden

Bei den Sicherungsmaßnahmen arbeitet der Revierförster mit den Stadtgärtnern zusammen. „Die Verkehrssicherung ist gemacht worden. Aber man kann nicht in jeden Baum hineinschauen. Wenn er umfällt, dann ist das höhere Gewalt“, sagte René Kordos, Chef der Stadtgärtner.

 Bei der Verkehrssicherung werden das Totholz ausgeschnitten und Bäume gefällt, die vom Förster gekennzeichnet wurden. Auch Kordos vermutet die extreme Trockenheit als Grund. Und er erklärt noch ein anderes Phänomen: Wenn Bäume durch die Trockenheit in Stress geraten, können sie ohne Vorwarnung Äste abwerfen. Im Bürgergarten habe gerade eine Buche einen großen Ast verloren.

Richtigen Schaden hatte Anfang Juli am Sonneneck am Rande des Bürgergartens eine große Eiche angerichtet. An einer Gabelung war sie auseinandergebrochen und auf mehrere Autos gekracht. „Die Eiche war gesund“, sagte Kordos. Allerdings war in diesem Fall eine heftige Windböe in den Baum gefahren und hatte ihn überlastet.

 Für die Verkehrssicherung sieht sich die Stadt in diesem Falle nicht zuständig. Das Gelände sei an den Eigentümer des daneben stehenden Wohnhauses verpachtet, so Stadtsprecher Thomas Mettcher.

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