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Wenn das Gedächtnis schwindet

Hilfe und Unterstützung für alle, die Demenzkranke betreuen, bietet die Volkssolidarität an. An diese Zielgruppe richten sich jetzt auch spezielle Schulungen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Der Bedarf an Rat und Hilfe ist sehr groß, wenn Angehörige die Diagnose „Alzheimer“ für ein Familienmitglied erfahren. Die meisten Betroffenen wollen ihre Verwandten zu Hause pflegen, was aus Sicht von Fachleuten auch das Beste für den Patienten ist. Beim Kreisverband der Volkssolidarität gibt es bereits seit 2009 ein Kompetenzzentrum Alter & Demenz, das Manuela Strack gegründet hat und das zunächst in Bischofswerda angesiedelt war, wo der Kreisverband seinen Sitz hat. Mittlerweile wurde der Arbeitsschwerpunkt nach Bautzen verlegt. In den Räumen der Sozialstation auf der Flinzstraße 15a sind die dafür nötigen räumlichen Voraussetzungen gegeben. Die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken trifft sich hier jeden letzten Dienstag im Monat um 14 Uhr. Jeder, der möchte, kann kommen. Darüber hinaus bietet Manuela Strack jeden Dienstag und Donnerstag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr Sprechzeiten für Angehörige von Demenzkranken an. Bei Bedarf sind auch Hausbesuche möglich. Die Beratung ist kostenlos.

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Jahrelang die Großmutter gepflegt

Die 55-Jährige kann Betroffene schon deshalb sehr kompetent beraten, weil sie selbst dreieinhalb Jahre lang zu Hause ihre demenzkranke Großmutter gepflegt hat. Und das neben Beruf und Familie und in einer Zeit, in der es noch nicht so viele Hilfsangebote und so viel Unterstützung für die Angehörigen gab, wie das heutzutage der Fall ist. Weil sie um die Probleme von Betroffenen weiß, hat Manuela Strack jetzt ein weiteres Hilfsangebot vorbereitet.

In den kommenden Wochen finden mehrere Bürgerschulungen zum Thema Demenz in Bautzen, Bischofswerda und Neugersdorf statt. Die anderthalb bis zwei Stunden dauerenden Veranstaltungen richten sich nicht nur an Angehörige Demenzkranker, sondern auch an Personen, die dienstlich mit dieser Problematik konfrontiert sind. „Wir können ihnen eine Teilnahmebescheinigung ausstellen, weil dies als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt ist“, sagt Manuela Strack.. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt, damit sich die Referentin ganz auf die Fragen und Gespräche konzentrieren kann. Auch soll Raum für Erfahrungsaustausch bleiben. Interessenten sollten sich deshalb rechtzeitig anmelden. Manuela Strack wird unter anderem auf den Unterschied zwischen Vergesslichkeit und Demenz und auf konkrete Fragen zum Umgang mit Alzheimer-Patienten eingehen. Die Teilnehmer bekommen konkrete Hinweise für spezielle Urlaubsangebote und auf Möglichkeiten, wie Demenzkranke im Alltag sinnvoll beschäftigt werden können. Beispielsweise mit Musik, Büchern, Spielen sowie entspannendem Malen und Zeichnen. Auch sportliche Angebote können sinnvoll sein.

7 000 Demente im Landkreis

Gerade Letzteres sei wichtig für Patienten, die noch nicht hochbetagt sind. Diese könne man natürlich nicht zu 90-Jährigen in die Tagespflege geben, weiß Manuela Strack. Wie die Statistik sagt, ist bei den über 90-Jährigen jeder Dritte von Demenz betroffen. Momentan sind laut AOK 7 000 ihrer Versicherten im Landkreis von Demenz betroffen. „Da nicht alle Krankenkassen ihre Zahlen herausgeben, gehe ich von mindestens der doppelten Zahl aus“, sagt Manuela Strack.

Die Schulungen finden jeweils 17 Uhr statt, und zwar am 18.4., 16.5 und 20.6. in Bautzen, Flinzstraße 15 a, sowie am 25.4., 23.5. und 27.6. in Bischofswerda, Stolpener Straße 3. Anmeldung unter 03591 529181 oder [email protected]